Posts Tagged ‘sensationsgeil’

Antifa, Antifa… was mach ma mit der scheiß Antifa…

Mai 18, 2009

Ja, mir ist kein guter Titel eingefallen… (Verbesserungsvorschläge werden angenommen.^^)
Tut mir leid, dass ich die letzte Woche wieder so ruhig war, lag einerseits daran, dass sich kein Thema wirklich aufgedrängt hat, andererseits daran, dass KillingFloor endlich auf Steam erschienen ist. Und wenn ich zwischen Zombies metzeln und Politik wählen muss, dann fällt meine Wahl eindeutig auf Zombies. Aber ich will eigentlich nicht über KillingFloor reden (Auch wenn es geil ist und ihr es euch kaufen müsst!!) sondern über die “Antifa”.
Im WoP kam es in letzter Zeit zu einer nicht unbeträchtlichen Hetze gegen diese “Gruppe”. Wobei es ja keine Gruppe ist, aber dazu kommen wir noch. Da diese Vorurteile wie so oft auf schlichtem Unwissen basieren, möchte ich mal paar allgemeine Worte zu dem Thema verlieren, hoffentlich findet sich im Anschluss jemand, der mit mir darüber diskuiteren möchte.
Also zuallererst, ich bin Antifaschist. Das gehört zu meinem demokratischen Ich selbstverständlich dazu und das lasse ich mir sicher nicht nehmen, nur weil der “Meinungsmainstream” momentan deutlich in die andere Richtung schlägt.
Aber was ist die Antifa? Schon an dem Punkt scheitern die meisten selbsternannten Kritiker der Antifa.
Schauen wir zuerst mal, was die Antifa nicht ist. Die Antifa ist keine Organisation. Die Antifa ist keine geschlossene Gruppe. Die Antifa ist kein geschützter Begriff. Es gibt niemanden der für alle oder auch nur einen großen Teil der Antifa sprechen könnte.
Nun, was ist dann die Antifa? Die Antifa ist ein Begriff. Ein Schlagwort, mit dem sich jeder schmücken kann. Vergleichbar mit der Demokratie. Jedes noch so diktatorische Regime kann sich demokratisch nennen, auch wenn jeder weiß, dass sie mit Demokratie nichts am Hut haben.
Niemand kann Person A (Ich nenne ihn mal Hans.) davon abhalten, eine Antifa-Demo anzumelden, oder eine Antifa Gruppe zu gründen. Auch wenn Hans überhaupt nichts mit einer antifaschistischen Aufklärungspolitik am Hut hat, sondern einfach nur ein Feindbild braucht, auf das er und seine Freunde losgehen können. Niemand kann Hans davon abhalten eine Antifa-Flagge herzustellen und damit auf der nächsten Demo einen Polizisten anzugreifen. Würde er das mit einer CDU Fahne machen wollen, hätte er wesentlich größere Probleme, da das erstens ein geschützter Begriff ist, eine Organisation mit einer hierarchisch geordneten Führung, und zweitens jeder erkennen würde, dass der komische Typ, der gerade schreiend auf die Polizisten zu rennt, mit der CDU so viel zutun hat wie Will Smith mit einem Schauspieler. Nämlich überhaupt nichts.
Schauen wir nochmal zum Anfang dieses Textes. Was haben wir festgestellt, ist die Antifa nicht? Richtig, keine Organisation, keine Gruppe, kein geschützter Begriff. Als Antifaschist habe ich also keine konkrete Handhabe gegen diese Trottel. Und ich kann auch niemanden zum Fernsehen schicken, der am nächsten Tag im Namen aller Antifaschisten die dummen Taten von Hans verurteilt.
Ich denke, es gibt durchaus eine allgemein gewaltfreie Grundhaltung unter den meisten Antifaschisten. Auch wenn man sich die Medienberichte ansieht, merkt man doch, dass es immer nur ein sehr kleiner Teil einer Demonstration oder Verantstaltung ist, die im Anschluss randalieren. Da Medien aber natürlich sensationsgeil sind, sind die 200 gewaltbereiten Demonstranten natürlich wesentlich interessanter als die 40.000, die friedlich demonstriert haben.
So weit so gut… nun, ich wäre nicht ich, wenn ich nicht auch hier mal wieder etwas zum Meckern hätte. Wie bekannt sein dürfte, gehe ich ja auch des öfteren auf Demonstrationen. Darunter natürlich auch ne Menge explizit antifaschistische.
Was mich aufregt ist, dass hier (und auch in anderer Form) antifaschistische Politik mit linker Politik vermischt wird. Und zwar nicht nur von “Feinden” der Antifa selbst, sondern auch von einem nicht geringen Teil der Antifaschisten selbst.
Wenn ich auf einen Fackelzug gegen den NS-Terror gehe, dann will ich dort keine Plakate
Wenn ich auf einen Fackelzug gegen den NS-Terror gehe, dann will ich dort keine Plakate ala “Die Reichen müssen bezahlen!!” oder anderen linken Schlagwörtern haben. Ich arbeite gerne auch mit Bonzen gegen Faschisten, genauso wie mit Patrioten, Sozialdemokraten, Christlich-soziale, Neoliberalen, Grünen und Kommunisten. Jeder, der sich dem Konsens der antifaschistischen Politik verschreibt, ist mir willkommen. Das ist ein Thema, bei dem ich finde, dass man über das restliche politische Gezänk hinwegsehen muss und sich auf den gemeinsamen Feind konzentrieren sollte.
Wenn ich gegen Faschismus demonstriere, dann will ich auch nur gegen Faschismus demonstrieren und nicht dort noch irgendwelche anderen, davon komplett unabhängige Forderungen, unterstützen.
Für mich persönlich ist es wenig problematisch, wenn das linke Forderungen sind, aber hier geht es ums Prinzip. Wenn ich auf eine antifaschistische Demonstration einer konservativen Gruppierung gehe, dann möchte ich dort auch keine Plakate gegen die Homoehe sehen. In dem Fall verlasse ich die Demonstration sofort.
Daher finde ich es auch absolut verständlich, wenn sich ein Konservativer auf einer durchschnittlichen antifaschistischen Demonstration nicht wohl fühlt.
Er unterstützt dort mit seiner Anwesenheit einfach Forderungen, die er überhaupt nicht unterstützen möchte.
Gut, das wars mal wieder von meiner Seite, ich geh jetzt wieder Zombies töten und warte darauf, dass sich hier jemand für eine Diskussion findet.

Advertisements