Posts Tagged ‘Menschenrechte’

Ich bin ab jetzt auch Patriot!

Mai 25, 2009

Wer eine meiner vielen Diskussionen zum Thema Nationalstolz und Patriotismus mitgelesen hat, der weiß wohl ungefähr um meine Einstellung zu dem Thema. Ich hatte auch im April etwas relativ Langes dazu geschrieben, unter dem Titel “Schämt euch für die Nazis!”, wo es darum ging, dass man, wenn man Stolz ist auf die Errungenschaften Deutschlands in der Vergangenheit, sich auch für die Verbrechen schämen muss. Der ist aber leider bei dem großen blogcrash gestorben, weswegen ich ihn jetzt nicht verlinken kann.

Aber dafür kommt ja jetzt etwas Neues.

Also gut… Ich bin jetzt Patriot. Und zwar Verfassungspatriot, zumindest in eingeschränkter Form.

Ich sehe keinen Grund dabei, mich mit Menschen, die innerhalb einer beliebigen Grenze leben, mehr zu identifizieren, als mit Menschen, die außerhalb dieser Grenze leben. Allerdings identifiziere ich mich auch nicht mit allen Menschen gleich, ist ja klar.

Trotzdem mache ich dies nicht, wie es bei “normalen” Patrioten und Nationalisten der Fall ist, an der Abstammung fest, sondern in erster Linie an den Werten, die diese Menschen vertreten. Ich fühle mich mit Karl Marx (ohja xD) wesentlich mehr Verbunden als mit Kurt Schuschnigg, obwohl der erste Deutscher war und der zweite Österreicher.

Ich bin stolz auf die Errungenschaften, die man im Namen der Demokratie und der Menschenrechte erbracht hat, bin stolz auf die Menschen, die diese Werte Zeit ihres Lebens verteidigt haben. Wer das gleiche Wertegrundgerüst vertritt wie ich, mit dem fühle ich mich viel mehr verbunden als mit jemandem, der innerhalb der gleichen Grenzen geboren wurde.

Das ist eine Form des Patriotismus´, der ich mich verbunden fühle, während ich mit Nationalstolz sowohl auf einer subjektiven Ebene (ich empfinde dieses Gefühl nicht) als auch auf einer kognitiven Ebene (ich kann es auch nicht verstehen) nichts anfangen kann.

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Man darf die Islamkritik nicht den Rechten überlassen.

Mai 25, 2008

Ein Phänomen, dass mir immer wieder bei linken Parteien, Menschen, aber auch bei mir auffällt… Dadurch, dass von rechter Seite sehr oft ziemlich harsche Kritik am Islam kommt, nimmt man schnell eine automatische Verteidigungsposition ein, denn man will sich ja von seinem „Gegner“ distanzieren und seine Argumente zurückweisen. Dabei vergisst man aber oft, dass es durchaus Dinge gibt, die man am Islam stark kritisieren kann und muss, genauso wie am Christentum.
Doch während die meisten Rechten dem Christentum durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen und die Linken da eher kritisch sind, ist es beim Islam oft umgekehrt.

Dabei gibt es beim Islam ja mehr als genug Dinge, die einem böse aufstoßen können. Ich spreche jetzt nicht von „oho, der Islam ist ja die böse Terrorreligion!!!“, sondern vom alltäglichen Leben, in welchem der Islam für einen Moslem eine wichtige Rolle einnimmt.

Ich bin durchaus für freie Religionsausübung, ich hab auch keinerlei Probleme wenn diejenige, die ein Kopftuch tragen wollen, eines tragen, doch die Rolle der Frau im Islam ist immer noch sehr unwichtig und sie wird stark unterdrückt. Grundsätzlich ist der ganze Islam (wie schon das Christentum) sehr patriarchalisch aufgebaut.
Außerdem fand die Aufklärung, die der katholischen Kirche viel Macht geraubt hat, hauptsächlich in christlichen Ländern und weniger in islamischen Ländern statt. Dadurch erklärt sich auch, warum der Islam noch immer so eine große Rolle im Leben vieler Moslems spielt.

Glaubensfreiheit kennt der Islam auch nicht und eine vollständige Trennung von Kirche und Staat gibt es leider nur in den wenigsten Islamischen Ländern

Auch die Scharia, die in einigen islamischen Ländern noch immer durchgeführt wird verträgt sich so garnicht mit den allgemeinen Menschenrechten. Wobei interessant ist, dass gerade Rechte diese Praxis kritisieren, denn sonst sprechen sie sich ja immer für die Todesstrafe oder gar schlimmeres (wie die Folter) aus.
Aber auch, dass von ihnen die Unterdrückung der Frau im Islam kritisiert wird ist etwas lustig, denn in dem Milieu hat die Frau ja genauso wenig zu sagen und hat bloß Hausfrau und Mutter zu sein.

Leider wird die Islamkritik heute meist auf überzogene Rassistische und hetzerische Propaganda beschränkt, wodurch berechtigte Kritik am Islam leider oft untergeht.