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Endlich kommt die Homo-Adoption!

Juli 23, 2009

Nein, gemeint ist nicht die Adoption homosexueller Kinder, sondern die Möglichkeit, dass auch homosexuelle Paare – Kinder adoptieren dürfen(so genannte Regenbogenfamilien.

Brigitte Zypries will diesen Schritt nun endlich wagen, nachdem eine von ihr in Auftrag gegebene Studie (natürlich) ergeben hat, dass Kinder, die bei homosexuellen Eltern aufwachsen, nicht schlechter aufwachsen würden als bei heterosexuellen Eltern.

Denn es leben momentan in Deutschland schon mehr als 6000 Kinder bei homosexuellen Eltern. Dies war bisher nur möglich wenn einer der homosexuellen leiblicher Vater/Mutter des Kindes war. Da Homosexuelle sich oft erst relativ spät zu ihrer sexuellen Ausrichtung bekennen haben viele davor Kinder, welche sie dann oft auch in eine homosexuelle Beziehung mitnehmen.

Ein Gesetzentwurf dieser Art wurde zwar schon 2004 von der FDP eingereicht, damals allerdings von Rot-Grün abgelehnt. Auch diesmal wird sich wieder gegen dieses Gesetzt gestemmt: Von Seiten der CDU und CSU aus kritisiert man diesen Entwurf und wolle keine völlige Gleichstellung und finden es besser, wenn Kinder bei Mann und Frau aufwachsen. Dieses Mal gibt es aber auch größere Unterstützung für das Gesetz (auch die Grünen befürworten es nun) und man kann hoffen, dass es in die Tat umgesetzt wird, denn trotz dem Umstand, dass das Gesetz erst in der nächsten Legislaturperiode kommen soll, so ist es dennoch ein weiterer Schritt in Richtung einer offenen, toleranten Gesellschaft.

Von den Christlichsozialen kam natürlich wieder der übliche Bullshit, von wegen “ein Kind braucht Frau und Mann als Vorbild für eine natürliche Entwicklung.” Aber würde man sich daran halten, müsste man auch allen alleinerziehenden Vätern und Müttern die Kinder wegnehmen. Selbst Singles haben heute die rechtliche Möglichkeit, Kinder zu adoptieren, aber sobald zu diesem Single ein zweiter, gleichgeschlechtlicher Partner dazukommt, sind es plötzlich Babyfleischessende Irre. Die Singleadoption war ja bisher die einzige Möglichkeit, mit der homosexuelle Paare Kinder adoptieren konnten, indem einfach einer von beiden alleine eines adoptiert hat.
Allerdings ergibt sich dadurch einfach eine enorme Rechtsunsicherheit, welche letztendlich nur schlecht fürs Kind ist. So darf der nicht-adoptierende Elternteil es bei einem Unfall nicht im Krankenhaus besuchen, nicht zu einem Elternsprechtag gehen und im Falle des Todes vom adoptierenden Partner wird das Kind zurück in ein Heim gesteckt, statt mit dem liebenden und bekannten Elternteil zu leben, bei dem es aufgewachsen ist.

Klingt das gut für ein Kind?

Nun, so ist die momentane Situation aber, deswegen ist der Vorstoß von Zypries auch absolut zu befürworten und ich hoffe, dies wird in der nächsten Legislaturperiode auch durchgesetzt.

Zwei Elternteile, ob jetzt homo- oder heterosexuell sind für ein Kind sicher besser als nur ein, oder gar kein Elternteil.

Ich setz jetzt noch meine Antwort auf einen Post von Trevor Reznik rein

[QUOTE=Trevor Reznik;10037827]Endlich? unsere gesellschaft ist noch lange nicht reif für solch einen schritt[/QUOTE]

und das ändert sich indem man einfach darauf wartet das sie irgendwann bereit wird?

[QUOTE=Trevor]
Ich denke hier an das wohl des kindes, man bedenke nur was dieses aufgrund seiner elternteile alles mitmachen muss, welches spott es etragen muss und was es über seine elternteile alles zu hören bekommen würde. wie gesagt hält sich die akzeptanz solcher homo-ehen in grenzen.[/QUOTE]

denk mal 30 oder 40 Jahre zurück und an die Situation alleinerziehender Mütter damals.
War ja genau das gleiche, sozial ausgestoßen, die Kinder aufgrund dessen ausgelacht. Heute ist es etwas ganz normales und ich denke jeder hat Freunde die nur einen Elternteil haben.

Gesellschaftliche Akzeptanz kommt nicht von irgendwo, sondern nur dadurch indem die Gesellschaft damit konfrontiert wird.

Die heutige akzeptanz von Homosexualität hat sich auch nicht einfach mal so aus dem nichts entwickelt, sondern dem ist einem Jahrzehntelangen Kampf von Homosexuellen vorhergegangen die begonnen haben sich offen zu ihrer Sexualität zu bekennen, dafür im Gefängniss saßen, dafür verprügelt wurden.

Und wie ich geschrieben habe ist es schon lange möglich das homosexuelle Paare Kinder adoptieren, solange einfach einer der beiden das Kind als single adoptiert.
Das bringt allerdings (wie ebenfalls beschrieben) eine Menge Nachteile für das Kind mit.

[QUOTE=Trevor]
ich denke auch nicht das es gut für das kind ist in einer umwelt aufzuwachsen, in der auch die mutterrolle von einem mann übernommen wird. auch wenn der kinderwunsch bei manchen sehr groß sein mag sollten diese meiner meinung nach darauf verzichten[/QUOTE]

Das Recht auf adoption ist ja noch lange nicht die Pflicht zur Adoption.

Würde ich in einem kleinen, absolut homophoben Dorf wohnen (aus welchen Gründen auch immer) und wäre ich schwul, würde ich wohl kein Kind adoptieren, oder ich würde in eine größere, tolerante Stadt ziehen.

Aber das ist eine Entscheidung die die adoptierenden Eltern treffen müssen, sie sehen ja selbst wie die gesellschaft auf ihre Beziehung reagiert und ob sie da ein Kind hineinversetzen wollen.

Ich gehe einfach mal davon aus das adoptierende Eltern ihr Kind lieben und niemand will es seinem Kind unnötig schwer machen.

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