Antifa, Antifa… was mach ma mit der scheiß Antifa…

Mai 18, 2009

Ja, mir ist kein guter Titel eingefallen… (Verbesserungsvorschläge werden angenommen.^^)
Tut mir leid, dass ich die letzte Woche wieder so ruhig war, lag einerseits daran, dass sich kein Thema wirklich aufgedrängt hat, andererseits daran, dass KillingFloor endlich auf Steam erschienen ist. Und wenn ich zwischen Zombies metzeln und Politik wählen muss, dann fällt meine Wahl eindeutig auf Zombies. Aber ich will eigentlich nicht über KillingFloor reden (Auch wenn es geil ist und ihr es euch kaufen müsst!!) sondern über die “Antifa”.
Im WoP kam es in letzter Zeit zu einer nicht unbeträchtlichen Hetze gegen diese “Gruppe”. Wobei es ja keine Gruppe ist, aber dazu kommen wir noch. Da diese Vorurteile wie so oft auf schlichtem Unwissen basieren, möchte ich mal paar allgemeine Worte zu dem Thema verlieren, hoffentlich findet sich im Anschluss jemand, der mit mir darüber diskuiteren möchte.
Also zuallererst, ich bin Antifaschist. Das gehört zu meinem demokratischen Ich selbstverständlich dazu und das lasse ich mir sicher nicht nehmen, nur weil der “Meinungsmainstream” momentan deutlich in die andere Richtung schlägt.
Aber was ist die Antifa? Schon an dem Punkt scheitern die meisten selbsternannten Kritiker der Antifa.
Schauen wir zuerst mal, was die Antifa nicht ist. Die Antifa ist keine Organisation. Die Antifa ist keine geschlossene Gruppe. Die Antifa ist kein geschützter Begriff. Es gibt niemanden der für alle oder auch nur einen großen Teil der Antifa sprechen könnte.
Nun, was ist dann die Antifa? Die Antifa ist ein Begriff. Ein Schlagwort, mit dem sich jeder schmücken kann. Vergleichbar mit der Demokratie. Jedes noch so diktatorische Regime kann sich demokratisch nennen, auch wenn jeder weiß, dass sie mit Demokratie nichts am Hut haben.
Niemand kann Person A (Ich nenne ihn mal Hans.) davon abhalten, eine Antifa-Demo anzumelden, oder eine Antifa Gruppe zu gründen. Auch wenn Hans überhaupt nichts mit einer antifaschistischen Aufklärungspolitik am Hut hat, sondern einfach nur ein Feindbild braucht, auf das er und seine Freunde losgehen können. Niemand kann Hans davon abhalten eine Antifa-Flagge herzustellen und damit auf der nächsten Demo einen Polizisten anzugreifen. Würde er das mit einer CDU Fahne machen wollen, hätte er wesentlich größere Probleme, da das erstens ein geschützter Begriff ist, eine Organisation mit einer hierarchisch geordneten Führung, und zweitens jeder erkennen würde, dass der komische Typ, der gerade schreiend auf die Polizisten zu rennt, mit der CDU so viel zutun hat wie Will Smith mit einem Schauspieler. Nämlich überhaupt nichts.
Schauen wir nochmal zum Anfang dieses Textes. Was haben wir festgestellt, ist die Antifa nicht? Richtig, keine Organisation, keine Gruppe, kein geschützter Begriff. Als Antifaschist habe ich also keine konkrete Handhabe gegen diese Trottel. Und ich kann auch niemanden zum Fernsehen schicken, der am nächsten Tag im Namen aller Antifaschisten die dummen Taten von Hans verurteilt.
Ich denke, es gibt durchaus eine allgemein gewaltfreie Grundhaltung unter den meisten Antifaschisten. Auch wenn man sich die Medienberichte ansieht, merkt man doch, dass es immer nur ein sehr kleiner Teil einer Demonstration oder Verantstaltung ist, die im Anschluss randalieren. Da Medien aber natürlich sensationsgeil sind, sind die 200 gewaltbereiten Demonstranten natürlich wesentlich interessanter als die 40.000, die friedlich demonstriert haben.
So weit so gut… nun, ich wäre nicht ich, wenn ich nicht auch hier mal wieder etwas zum Meckern hätte. Wie bekannt sein dürfte, gehe ich ja auch des öfteren auf Demonstrationen. Darunter natürlich auch ne Menge explizit antifaschistische.
Was mich aufregt ist, dass hier (und auch in anderer Form) antifaschistische Politik mit linker Politik vermischt wird. Und zwar nicht nur von “Feinden” der Antifa selbst, sondern auch von einem nicht geringen Teil der Antifaschisten selbst.
Wenn ich auf einen Fackelzug gegen den NS-Terror gehe, dann will ich dort keine Plakate
Wenn ich auf einen Fackelzug gegen den NS-Terror gehe, dann will ich dort keine Plakate ala “Die Reichen müssen bezahlen!!” oder anderen linken Schlagwörtern haben. Ich arbeite gerne auch mit Bonzen gegen Faschisten, genauso wie mit Patrioten, Sozialdemokraten, Christlich-soziale, Neoliberalen, Grünen und Kommunisten. Jeder, der sich dem Konsens der antifaschistischen Politik verschreibt, ist mir willkommen. Das ist ein Thema, bei dem ich finde, dass man über das restliche politische Gezänk hinwegsehen muss und sich auf den gemeinsamen Feind konzentrieren sollte.
Wenn ich gegen Faschismus demonstriere, dann will ich auch nur gegen Faschismus demonstrieren und nicht dort noch irgendwelche anderen, davon komplett unabhängige Forderungen, unterstützen.
Für mich persönlich ist es wenig problematisch, wenn das linke Forderungen sind, aber hier geht es ums Prinzip. Wenn ich auf eine antifaschistische Demonstration einer konservativen Gruppierung gehe, dann möchte ich dort auch keine Plakate gegen die Homoehe sehen. In dem Fall verlasse ich die Demonstration sofort.
Daher finde ich es auch absolut verständlich, wenn sich ein Konservativer auf einer durchschnittlichen antifaschistischen Demonstration nicht wohl fühlt.
Er unterstützt dort mit seiner Anwesenheit einfach Forderungen, die er überhaupt nicht unterstützen möchte.
Gut, das wars mal wieder von meiner Seite, ich geh jetzt wieder Zombies töten und warte darauf, dass sich hier jemand für eine Diskussion findet.

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Gegen Kinderpornosperren!

Mai 7, 2009

Als das BKA die Kinderpornoseiten sperrte;
habe ich geschwiegen;
ich war ja nicht pädophil.

Als sie alle Pornoseiten sperrten;
habe ich geschwiegen;
ich sah ja keine Pornos an.

Als sie thepiratebay sperrten;
habe ich geschwiegen;
ich lud ja keine torrents.

Als sie youtube sperrten;
habe ich geschwiegen;
ich schaute ja keine onlinvideos.

Als sie wikipedia sperrten;
habe ich geschwiegen;
ich las ja nicht auf wikipedia.

Doch als sie das Internet sperrten;
gab es keine Möglichkeit mehr zu protestieren.

frei nach Martin Niemöller. (original Gedicht)

Pornos sexistisch? So ein Schwachsinn aber auch!

Mai 5, 2009

Nachdem ich das Thema in einer Diskussion gerade kurz angeschnitten habe, möchte ich hier noch etwas breiter darauf eingehen.

Also gut… Pornos sind ja ach so sexistisch, zeigen ein gänzlich falsches Bild der Frau und degradieren sie zum Sexualobjekt. Ich denke derartiges Geblubber hat jeder schon mal gehört; klingt ja erstmal durchaus einleuchtend und da Pornos ja ohnehin etwas Schlechtes sind, findet sich auch schwer ein öffentlicher Fürsprecher.
Aber wo ist denn eigentlich der große Sexismus bei Pornos? Ja, die Frau wird als Sexobjekt dargestellt. Aber der Mann etwa nicht? Ist jeder hier ein muskelprotzender Hengst, der in zwei Stunden 15mal kommt und seine Partnerin dabei gleich in ganzen Sturzbächen ertränkt?
Macht der Mann in einem Porno denn etwas anderes, als in den verschiedensten Positionen zu rammeln und vor sich hin zu grunzen?
Ist er nicht genauso zu einem Sexobjekt degradiert, wie die Frau? Ist ja auch nur logisch, denn ein Porno ist nun mal ein Sex-Film. Regt sich irgendwer auf, dass in Actionfilmen alle Probleme mit Gewalt gelöst werden?
Sicher nicht; deswegen schau ich mir einen Actionfilm an. Weil ich ein absolut nicht der Wirklichkeit entsprechendes Effektfeuerwerk sehen will, wo ein Pistolenschuss gleich mal eine Kettenexplosion auslöst, man sich mit Autos Verfolgungsjagden quer durch die ganze Stadt liefert und die Terroristen/Polizisten/Gangster in ganzen Heerscharen den Jordan überschreiten.
Macht sich irgendwer Gedanken darüber, dass all diese Leute Familien haben? Dass danach jemand um sie trauern wird? Wer den ganzen Sachschaden bezahlt? Es sagt niemand etwas. Es ist Fiktion, ein Film soll nicht gezwungener Maßen die Realität widerspiegeln, sondern kann sich ganz bewusst dazu entscheiden, die Realität auszublenden und nur das zu zeigen, für was das Publikum ins Kino geht.
Nachdem ich mir einen Actionfilm angesehen habe, denk ich doch auch nicht, dass die Realität wirklich so abläuft, dass überall in der Stadt gerade wilde Schießereien ablaufen und irgendein einsamer Rächer 50 Gangster im Alleingang tötet.
Aber bei Pornos ist es ja was ganz anderes. Da geht es ja um Sexualität. Igitt igitt. Wenn ich mir einen Porno anschaue, dann weiß ich, was ich sehen will, wähle je nachdem einen Porno aus, der dem entspricht, was ich erwarte und ziehe davon keine Rückschlüsse auf die Realität. Genauso wenig, wie ich es bei einem Actionfilm machen würde. Also wieso wird so eine große Dramatik daraus gemacht?

Drogen gewinnen den "Krieg gegen die Drogen". Mexiko legalisiert Heroin und Kokain.

Mai 3, 2009


Da der Drogenkrieg in Mexiko in letzter Zeit absolut außer Kontrolle geraten ist, hat Mexiko die letzte Notbremse gezogen und kleine Mengen an Kokain, Heroin, Marihuana und Ecstasy für den Eigengebrauch legalisiert.

Das ist die letzte Entwicklung in einem Krieg, der seit einigen Jahren offen in Mexiko tobt und schon tausende Tote gefordert hat. Selbst der Teil der Polizei, der noch nicht auf der Bestechungsliste der Mafia steht, traut sich nicht mehr gegen die Mafia vorzugehen; wer es wagt wird innerhalb weniger Tage hingerichtet, egal ob es ein Polizeichef oder ein normaler Polizist ist.

Mexiko begeht nun einen (meines Wissens nach) einzigartigen Weg, in dem es auch harte Drogen wieder legalisiert, um so den Drogenkartellen einen großen Teil ihrer Macht zu nehmen. Ob es funktioniert, werden wir in den nächsten Monaten sehen. Hoffentlich haben die Bürger dann endlich Ruhe vor dem Krieg mit der Mafia.

Inzest muss legalisiert werden

Mai 3, 2009

Da die Artikel, die ich zwischen Februar und April schrieb, leider wirklich verschwunden bleiben hab ich diesen Artikel jetzt einmal aus dem Google-cache gerettet und stell ihn noch mal hoch, da er mir besonders am Herzen gelegen ist. Wenn es noch Artikel gibt, die ich eurer Meinung nach unbedingt retten sollte, bitte sagen.
Ja… sicher keine populäre Forderung, und wohl nichts, mit dem eine Partei Wahlkampf führen würde… Ist Gesellschaftlich tabuisiert, wie selten ein anderes Thema und (wenn ich mich korrekt erinnere) gibt es ja sogar biologische Faktoren, die verhindern, dass man sich zu nahen Verwandten sexuell hingezogen fühlt. Also Inzest ist sicher kein Thema, das viele Menschen wirklich betrifft; was aber nichts daran ändert, dass das Verbot unverhältnismäßig und falsch ist.
In Deutschland (die Gesetzeslage in Österreich und Schweiz sind sehr vergleichbar) wird das ganze über den Paragraph 173 ge”regelt”

(1) Wer mit einem leiblichen Abkömmling den Beischlaf vollzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Wer mit einem leiblichen Verwandten aufsteigender Linie den Beischlaf vollzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft; dies gilt auch dann, wenn das Verwandtschaftsverhältnis erloschen ist. Ebenso werden leibliche Geschwister bestraft, die miteinander den Beischlaf vollziehen.

(3) Abkömmlinge und Geschwister werden nicht nach dieser Vorschrift bestraft, wenn sie zur Zeit der Tat noch nicht achtzehn Jahre alt waren.

Quelle

Nun, wie ich schon geschrieben habe, ist das ein Gesetz, das heute wohl nur relativ wenige Menschen betrifft… In den meisten Religionen wird Inzest als Sünde angesehen, allerdings war er im Mittelalter gerade bei den Herrschaftshäusern beinahe alltäglich. Da man nur innerhalb seines Standes heiraten wollte, waren die Heiraten zwischen Cousins und Cousinen die Regel, und nicht die Ausnahme… Das hatte über einige Generationen hinweg durchaus fatale genetische Folgen, da begannen die Erbkrankheiten zu blühen.
Es gäbe also augenscheinlich Argumente dafür, wieso Inzest schlecht und falsch wäre… Doch letztendlich ist das Persönlichkeitsrecht und die sexuelle Selbstbestimmung höher zu werten, als die Möglichkeit genetische Defekte bei Kindern zu verhindern. Außerdem ist ja schon der reine Geschlechtsverkehr illegal; ob verhütet wird (oder man unfruchtbar ist), ist hier augenscheinlich kein Faktor. Auch ist es biologisch schon lange nachgewiesen, dass die genetischen Risiken bei Kindern aus einer inzestuösen Beziehung vergleichsweise gering sind und im Falle des Falles sogar vorher untersucht werden könnten.
Es verbietet ja auch niemand Behinderten, oder Menschen, die ein derartiges Gen rezessiv in sich tragen, die Fortpflanzung; nur im Falle des Inzests wird plötzlich mit der genetischen “Reinheit” der Nachkommen argumentiert.
Daher bleibt als Fazit nur: Was zwischen mündigen erwachsenen Bürgern im Schlafzimmer vorgeht, hat den Staat nichts, aber rein gar nichts, anzugehen.
Einige europäische Länder, wie beispielsweise Frankreich, Schweden und Norwegen, haben hier schon wesentlich vernünftigere Gesetzeslagen. Wir sollten uns endlich daran orientieren und nicht weiterhin auf archaischen Prinzipien beharren.
UPDATE: Nein, ich bin nicht [u]für[/u] Inzest. Mir ist es scheiß egal, ob die Leute es machen, ich bin allerdings [u]für[/u] die Menschenrechte, und setze mich daher für das Recht ein, dass Menschen es tun dürfen.

Schweinegrippe – Die verheimlichte Zombie Epidemie!!

Mai 2, 2009
Ich habe jahrlang davor gewarnt, aber niemand hat auf mich gehört!
Jetzt ist es soweit und ihr werdet leiden müssen, während ich in meinem zombiesicheren Haus diese Katastrophe überleben werde!
Die Schweinegrippe… die meisten werden schon davon gehört haben, eine Grippe die angeblich vom Schwein auf den Menschen übergesprungen ist, und jetzt auch von Mensch zu Mensch verbreitet werden kann. Mexiko und Teile der USA haben schon den Notstand ausgerufen, obwohl es bis heute nicht einmal 10 nachgewiesene Tote gibt . An der “normalen” Grippe sterben jedes Jahr 16-20 tausend Menschen, allein in Deutschland. Deswegen hat noch niemand den Notstand ausgerufen, also was macht diese Schweinegrippe so gefährlich? Wieso hat die WHO ihre zweithöchste Pandemiewarnstufe ausgerufen (Stufe 5 von 6 möglichen) und rät von “Menschenansammlungen ab, etwa bei Sport- und Kulturveranstaltungen, aber auch im gedrängten Öffentlichen Personennahverkehr.”
Es gibt nur eine Erklärung, vor allem wenn man alle verfügbaren Informationen betrachtet. Vor etwas mehr als 20 Tagen habe ich schon davor gewarnt , dass eine Zombieepidemie unmittelbar bevorsteht. Damals überfiel in einer amerikanischen Stadt ein Unbekannter einen Mann, biss ihm in den Arm und aß ein Stück davon auf . Dieser Artikel ist natürlich nicht mehr verfügbar, man darf ja nicht zulassen, dass die Bevölkerung die Wahrheit erfährt, sonst gäbe es eine Massenpanik.
Stattdessen ruft man wegen einer angeblichen neuen Grippepidemie, die bisher nachweislich noch keine größeren Schäden angerichtet hat, die zweit höchste Pandemiewarnung aus und in mehreren Staaten gleich den Notstand, damit man diese Zombieepidemie unter Kontrolle bekommen kann.
Nun können wir nur noch hoffen, dass die Anti-Zombie-Maßnahmen der Regierungen greifen, aber ich würde nicht darauf setzen. Ich blogge schon nur noch aus meinem geheimen Domizil in den Alpen, die Zombies würden wohl einfrieren, bevor sie mich hier erreichen.

Was wurde aus dem Klassenkampf?

April 30, 2009

Morgen ist der erste Mai. Der Tag der Arbeit. Der Kampftag der Arbeiterbewegung.
Vor 123 Jahren fand in Amerika auf dem Heumarkt eine große Veranstaltung der Gewerkschaften statt, sie kämpfen gegen einen 12 Stunden Tag und für einen 8 Stunden Arbeitstag. Ja, diese für uns heute so selbstverständliche Regelung musste man sich jahrzehntelang erkämpfen. Am 4. Tag der (mit wenigen Ausnahmen überwiegend friedlichen) Proteste warf jemand einen Sprengsatz in die Menge, 12 Zivilisten und mehrere Polizisten starben. Mehrere an dem Tag Reden haltende, und mitorganisierende Anarchisten wurden verurteilt und teilweise hingerichtet, nicht weil man irgendwelche Beweise für ihre Schuld hatte, sondern weil der Bombenwerfer “auf Grund der Ideen dieser Männer” gehandelt habe, und sie daher ebenso schuldig sein müssten.

Damit wurde die internationale Tradition des ersten Mai als Tag des Arbeitskampfes begonnen, welche bis heute nominell fortbesteht.
Doch wo ist der Arbeitskampf heute? Wir stehen vor der verheerendsten Krise des Kapitalismus seit seinem Bestehen. Der Neoliberalismus hat die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds getrieben, und muss nun von uns gerettet werden. Selbstheilungskräfte des Marktes? Am Arsch! Es gab nur ein Hinauszögern des großen Zusammenbruchs, ein immer weiteres Vergrößern der Blase, auf der fast unsere gesamte Wirtschaft stand.
Dank Parteien wie der CDU/CSU oder der ÖVP haben wir auch die ureigensten Funktionen des Staats veräußert, privatisiert und dem “Markt” überlassen. Der Staat mag nicht der beste Wirtschafter sein, aber es kann bei öffentlichen und sozialen Funktionen nicht darum gehen, Gewinn zu machen! Der Staat soll nicht Gewinn machen, er soll seinen Bürgern dienen, und das gleiche gilt für alle im Staatsbesitz befindlichen Betriebe.
Doch wo sind die arbeitenden Massen, die eine Veränderung fordern? Wo sind die Generalstreiks, die Massenveranstaltungen, der [u]Arbeitskampf?[/u] Es geht nicht nur darum den Status quo wieder herzustellen. Es geht darum für eine bessere Welt zu kämpfen, für uns und für unsere Kinder. In anderen europäischen Staaten ist dies bereits Realität. Man streikt, man protestiert, man zeigt die geballte Faust. In Frankreich werden Manager gefangen genommen, in Irland verwüstet man die Villen der Bankchefs.
Veränderungen entstehen dann, wenn die herrschende Klasse Angst hat. Angst vor den Massen, Angst vor Unruhen, Angst ihr Vermögen nicht mehr genießen zu können oder zu verlieren. In dem Moment, wo sie keine ruhige Minute mehr haben, um ihren Reichtum zu genießen, in dem Moment werden sie mit Freude am Verhandlungstisch sitzen und Zugeständnisse machen.
Doch was ist in Deutschland und (in sogar noch größerem Maße) Österreich? NICHTS! Morgen werden wieder einige hundert selbsternannte Rächer der Unterdrückten Mülltonnen anzünden, ein paar Bankauslagen einschlagen und Polizeiautos umwerfen. Doch kann das der Weg sein? Sicher nicht. Wir brauchen eine Massenbewegung, Organisationen die auch wirklich die Arbeiterklasse vertreten, nicht Kaderschmieden die im Nadelstreifenanzug an der Spitze stehen.
Sozialdemokraten und Gewerkschafter haben das Vertrauen der Bürger oft genug enttäuscht, sie haben sich zum Werkzeug neoliberaler Wirtschaft machen lassen. Großkoalitionär und sozialpartnerschaftlich. Dekadent und feig. Es ist nötig sich von diesen Altlasten zu befreien und eine basisdemokratische von unten kommende Protestbewegung aufzubauen. Es ist nötig, auf die Straße zu gehen, Verbindungen zu knüpfen und Ansprechpartner zu finden.
Man muss den Klassenkampf wieder aufnehmen, nicht nur gegen die Kapitalisten, sondern auch gegen die sozialdemokratischen Eliten und Gewerkschaftsbonzen.

Grobe Probleme bei pontisblog

April 27, 2009


Viele werden es wohl schon mitbekommen haben: erst eine längere Inaktivtät (Stress und etwas motivationslos), dann war mein Blog eines Tages einfach nicht mehr erreichbar.
Mir absolut unbegreiflich wieso und warum; ich hatte nichts geändert, aber ok…
Alle Rettungsmaßnahmen haben nichts genützt, ich konnte es nicht wieder herstellen.
Ich hatte zwar noch ein Backup von Februar, aber dieses ist halt auch schon zwei Monate alt.
Ich hatte die mysql-Datenbank noch runtergeladen, bevor ich sie platt gemacht habe; Also sind die Baten noch rein theoretisch existent, allerdings kann ich sie nicht wieder einbinden.
Ich hab also den Blog jetzt (vom Inhalt her) wieder auf den Stand von Februar 2009 gebracht, alles was davor war, sollte funktionieren.
Ich hoffe, ich kann noch irgendwie zumindest die Artikel der letzten beiden Monate wiederbekommen, die Kommentare und die durchaus interessanten Diskussionen, die sich dabei abgespielt haben, werden leider verloren bleiben. (Die Artikel, die ich vor dem Februar schrieb, sind zum Glück noch alle erhalten)
Tut mir leid, sowohl für mich, da ein ziemliches Stück Arbeit verloren gegangen ist und noch einiges auf mich zukommt (beispielsweise das Layout wiederherzustellen etc), als auch für euch, da ja auch eure Kommentare verloren gegangen sind (und außerdem euer aller Lieblingsblog so lange nicht erreichbar war)
Ich hoffe, dass ich diese Woche dies alles wieder so hinkriege, wie es war, und dann ab Wochenende der normale Betrieb wieder hergestellt werden kann. Von nun an werd ich auf jeden fall regelmäßigere Backups machen.
Das war´s dann aber auch schon von meiner Seite…

Kalter Krieg 2.0 – Russlands Militärmacht, die Interessen der USA und die Ohnmacht der Westmächte

August 29, 2008

– Gastartikel von Korhal –

Ich habe nun endlich einmal Zeit gefunden, den Spiegel vergangenen, wie dieser Woche zu lesen und habe gierig die Artikel über den Konflikt im Kaukasus verschlungen.

Nun denn…ohne weiteres Gelabber, kommen wir erst einmal zu den Fakten, aber eine Anmerkung sei mir noch vergönnt.
Alle folgenden Informationen beziehe ich vornehmlich aus dem Spiegel Nr. 33 und Nr 34, sowie spiegel-online und sonstigen Internetquellen (Quellen folgen an entsprechender Stelle per Link).

PS: Bringt Kaffee mit, es wird ein Hammer werden.

Fangen wir vielleicht mit ein paar Daten zum Dreh- und Angelpunkt des Ganzen an…das durchaus schöne Land Georgien.
Das Land ist ist 69700 km² gross, besiedelt von etwa 4.646.003 Einwohnern (Stand: Juli 2007) und seit dem 9. April 1991 unabhängig vom ehemaligen russischem Imperium.
Hauptstadt ist Tiflis.
Es gibt zwei abtrünnige Provinzen, einmal Abchasien (etwa im Nordwesten des Landes) und Südossetien, beide Regionen grenzen direkt an die russiche Grenze.
Beide Regionen werden international nicht als eigenständige Staaten anerkannt und zählen völkerrechtlich zu Georgien.
Uns interessiert vor allem der Konfliktherd Südossestien.

Auch hierzu ein paar Daten.
Warum heißt es Südossetien?
Ganz einfach, Nordossetien befindet sich seit der Trennung Georgiens von der ehemaligen UdSSR auf russichem Terretorium, das Gebiet zählt allgemein als Verlierer unter den „befreiten Gebieten“.
Es leben um die 75000 Menschen dort, auf einer Gesamtfläche von ca. 3885 km².
Hauptstadt ist Zchinwali.

Kommen wir nun zu den schon etwas interessanterem Teil.
Georgien hat einen wichtigen, womöglich den wichtigsten Hafen im Mittelmeerraum, praktisch die Lebensader zum Westen, Poti.
Allerdings hat Georgien, für den Westen, auch noch eine andere strategische Bedeutung, es ist Öltransitland.
Das Öl stammt aus dem kaspischem Meer und geht, idR. an die Türkei.
Auch das erscheint im ersten Moment nicht problematisch, nun kommen wir jedoch zum ersten Knackpunkt, den Ausläufern des Kalten Krieges.

Russland hat, seit der Zarenzeit Anspruch auf dieses Gebiet erhoben, es galt (und gilt) seither als strategischer Stützpunkt zur türkischen wie iranischen Grenze.
Hier setzt auch die USA ein, denn für sie ist Georgien:

a; ein Puffer zwischen Russland und dem dortigem Mittelmeerraum
b; das oben angesprochene wichtige Transitland für Erdöl
c; eine mögliche Option für die Einkreisung Teherans (für alle weniger gut informierten: Hauptstadt des Iran und mutmaßliches Terrorland mit Atomwaffenplänen)

Um jedoch überhaupt die Anfänge des Konfliktes begreifen zu können, müssen wir ein wenig zurückreisen, denn dieser Konflikt ist keinesfalls über Nacht entstanden, sondern das Ergebnis jahrelangen Wegschauens Europas, von Missverständnissen und überstürzten Reaktionen.

Aber langsam…
Das Gebiet um Södossetien versuchte anfangs der 90iger Jahre ein unabhängiges Land zu werden (etwa gleichzeitig mit der anderen Provinz Abchasien), jedoch wurde es durch Georgien bis heute daran gehindert.
In die Hauptstadt schickte man sogenannte „Freischärler“, man könnte diese paramilitärischen Truppen auch als unorganisierten Söldnerhaufen ansehen.
Von damals knapp 160000 Südosseter, flohen zehntausende in den Norden, also zum russichem Nachbarn.
Danach folgten ca. 2,5 Jahre Krieg um das Grenzgebiet, in dieser Zeit starben weitere tausend Menschen (vornehmlich Zivilisten) auf beiden Seiten.
Erst Kreml Chef Boris Jelzin und der Nachfolger des Regierung in Georgien (ein ehemaliger sowjetischer Außenminister genannt Eduard Schwewardnadse) einen unbefristeten Waffenstillstand.
Dieser wurde zwar regelmäßig durch kleinere Scharmützel unterbrochen, letztlich jedoch war er stabil.
Jedenfalls bis zu dem Tag, an dem Vladimir Putin in China zu den Auftaktfestivals der olympischen Spiele apllaudierte und sein Handlanger Medwedew eine kleine Urlaubsreise angetreten hatte.

Nun sei noch eines gesagt.
99% der Südosseten stimmten bereits 2006 für eine Abkoppelung von Georgien und für einen Anschluss an Russland, die meisten der hiesigen Bewohner hatten bereits einen russichen Pass.
Daher auch die Rechtfertigung der Russen für den Einmarsch: „Es ginge um den Schutz und die Stabilität des Lebens der russichen Mitbürger, die etwa 90% der dort lebenden Menschen ausmachen“.
Zumindest dieser Grund ist nicht von der Hand zu weisen und angesichts der völlig überstürzten Reaktion seitens der georgischen Regierung, mit Panzern, Bombern und Artillerie die Hauptstadt Südossetiens zu beschießen, wohl auch verständlich.(15. August)
Es starben etwa 1400 Menschen bei dem Angriff, ausschließlich Zivilisten, die Stadt selbst ist mit etwa 25000 Menschen am dichtesten besiedelt, Fluchtmöglichkeiten gab es aufgrund der schwere des Bombardements kaum.
http://www.abendblatt.de/daten/2008/08/08/918574.html
Russland befahl am selben Tag die Mobilmachung und schickte um die 100000 Soldaten in die Region, darunter zwei Panzerstaffeln, außerdem folgten Bomberangriff auf den Hafen Poti, sowie die Städte Bolnissi, Marneuli und Wasiani, alle Orte liegen außerhalb der Provinz und sind als „nicht militärische Ziele“ eingestuft.

Kommen wir nun zu einem Intermezzo und ich möchte einmal betonen, die Unfähigkeit des Westens, sowie seine typische (auch wenn ich selten darauf poche) pro US-Haltung.
Während nahezu alle europäischen Staaten den Kosovo (das kleine umkämpfte Gebiet auf dem Balkan) entgegen Russlands Aussagen, als unabhängig und eigenständig erklärten, so geschah dies bei den hiesigen beiden Regionen nicht.
Russland sieht sich nun in einer ähnlichen Lage, wie die Nato-Staaten, es wird sich das Recht auf die Unabhängigkeit (oder besser Abhängigkeit?) der beiden Provinzen bewahren und mit dem Einmarsch der Truppen in Südossetien, wie auch den Kämpfen der anderen Region Abchasien (dortige Truppen griffen georgische Verbände an http://www.tagesspiegel.de/politik/K…art771,2591192) eine nahezu hervorrangende Lage verschafft.
Warum konnte es soweit kommen?
Die EU war sich selbst uneins, während vor allem die westlichen EU Staaten (darunter vornehmlich Frankreich) gegen die Unabhängigkeit der Provinzen waren, so forderten die östlichen (ehemals SU Satellitstaaten) die Anerkennung, der estnische Außenminister forderte seit jeher eine EU-Truppe im Kauksusraum, ungehört.
Die USA war freilich beglückt von dieser Haltung.
Man einigte sich jedoch vornehmlich auf den Mittelweg.

Antwort: Status ungeklärt, wir vermitteln.
Aha, mit anderen Worten, wenn mir diese saloppe Formulierung erlaubt ist, „wir spielen auf Zeit und machen gar nichts“.
Zu Gute halten muss man den EU Staaten jedoch, dass sie immerhin ihre Haltung gegenüber der USA weniger treu einnahmen, als wohl von dort erwartet.
US Präsident George W. Bush plante im April die Aufnahme Georgiens in die NATO, jedoch verweigerten ihm 10 Mitgliedsstaaten die Gefolgschaft, darunter Deutschland, Italien, aber auch (welch Wunder) Frankreich.
Grund hierfür ist weniger die Solidarität gegenüber den Russen, als die Angst vor einem Krieg.
Wäre Georgien innerhalb der Nato gewesen, hätte der Bündnisfall letzten Freitag gegriffen, Europa befände sich damit heute seit einer Woche in einer aktiven Außereinandersetzung mit der Militärmacht Russland, die immerhin ein Heer bestehend aus 1,1 Mio Mann besitzen, dazu kommen alleine 6000 Panzer und etwa 1700 Kampfflugzeuge, Militäretat beträgt umgerechnet 40 Mrd. Dollar jährlich.
Ein Vergleich der Truppenstärken mit Georgien findet sich hier: http://www.pr-inside.com/de/stichwor…ke-r747720.htm

Dieses Signal verstand der Kreml jedoch falsch (oder genau richtig), denn nun wurden die Autonomiebestrebungen aktiv unterstützt, für Georgien ein Schlag ins Gesicht.
Saakaschwili zog daraufhin seine Truppen aus dem Kosovo ab, er begründete seinen Unmut über Europa (vor allem gegenüber der USA) wie folgt:
„Europa müsse endlich beweisen, ob es für seine Werte steht“ und das Russland eine aktive Umverteilung betreibe, „Morgen die Ukraine, dann die baltischen Staaten und schließlich Polen“.
Die USA unterhält seit ca. 40 Jahren bereits gute Beziehungen zu Saakaschwili, war er immerhin Student an der Columbia High in New York.
Der Präsidentschaftsanwerber John Mc Cain bezeichnet ihn als „persönlichen Freund“, auf einer seiner Reisen überreichte er dem Präsidente eine kugelsichere Weste, nebebei sei erwähnt, dass Mc Cain Russland aus der G8 werfen will.
Saakaschwili trat mit folgendem Hauptziel sein Amt an:
Abchasien und Südossetien dauerhaft in den georgischen Staat einzugliedern.
Wie, liess er offen…

Ideale Voraussetzungen für den Verhandlungstisch nicht wahr?^^
An dieser Stelle sei übrigens auf die fantastischen Themen „Raketenabwehrschild“ und „Radaranlage“ in Polen bzw. Tschechien verwiesen.

Aber weiter im Text…
Die USA unterstützten die georgische Armee in den vergangenen Jahren mit 30 Mio. Dollar pro Jahr, sie bildeten die Truppen aus und beteiligten sie auch an US-Manövern im Mittelmeerraum. (zur Unfreude der Russen)
Eine dieser Operationen nennt sich „Immediate Response“ und wurde von 1000 US und 600 georgischen Soldaten durchgeührt.
Offizieles Ziel: Ein Afghanistaneinsatz.
Mutmaßliches Ziel: Russiche Separatisten in den umstrittenen Gebieten im Ernstfall „ausschalten“.

Nun ist der Fall eingetreten, russiche Truppen überrennen das Land, der georgische Präsident weint sich bei CNN wie folgt aus: „Wir sind ein freiheitsliebendes (und friedliches) Land, welches derzeit angegriffen wird.“
In der Hoffnung auf den Amtinhaber George Bush (Militärschlag?) und wohl eine gemäßige russiche Reaktion, hat jedoch er den Konflikt begonnen.

Fassen wir mal bis hierher kurz zusammen!

Die beiden abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien gehören völkerrechtlich zu Georgien, jedoch rein von der Abstammung und passtechnisch her (sowie auf Wunsch) zu Russland.
Sowohl Russland als auch die USA führen seit jeher den kalten Krieg dort weiter, beide verfolgen unterm Strich expansionistische (imperialistische?^^) Pläne, wobei es Russland vornehmlich um Land, den Amerikanern wohl eher um die Sicherheit des Öles und einen Brückenkopf für einen Militärschlag gegen Teheran gehen dürfte.
Die USA unterhält seit jeher gute Beziehungen zum derzeitigem Präsidenten Saakaschwili, der die Wiedereingliederung der beiden Regionen als Hauptziel in seiner Amtsantrittsrede deklariere.
Russland unterhält seit jeher mehr oder weniger aktive Kontakte zu den beiden abtrünnigen Regionen.
Obwohl Georgien die Friedlichkeit betont, hat es die militärischen Aktionen gegen unbewaffnete und nicht vorgewarnte Zivilisten begonnen.
Russland intervenierte daraufhin zurecht, jedoch auch mit Angriffen über die Provinzgrenzen hinaus, was dem Westen sauer aufstiess, der jedoch seit ca. 15 Jahren tatenlos dem Treiben zusah.

Weiter im Text. (könnt ihr noch?^^)

Ist also jemand im Recht?
Schwer zu sagen, einerseits muss man Russlands Intervenieren verstehen, sie handeln sogesehen rechtens und schützten russiche Bürger, die Pflicht eines Staates also, andererseits ist die militärische Wucht derartig überladen, dass man sogar Ziele im zivilen Bereich außerhalb der Provinz angriff, demnach also sich nicht besser verhielt, als die georgischen Truppen beim Angiff auf die Hauptstadt Zchinwali (zur Erinnerung: Hauptstadt der abtrünnigen Republik Südossetien).
Die USA fordert nun Wiederrum den Rückzug aller russichen Truppen, Deutschland sieht sich zwischen zwei Fronten gefangen (dazu komme ich gleich) und Europa insgesamt erkennt, dass es die Lage massiv unterschätzt hat.
Als Russlands nun, als Reaktion auf den NATO Beschluss vom letzten Dienstag, die Einstellung der militärischen Zusammenarbeit zu den NATO-Staaten ankündigte (und vollzog) kann man unterm Strich folgendes sagen:
Die Beziehungen zwischen Brüssel und Moskau sind auf einem seit Jahren nicht dagewesenem Tiefpunkt.(http://www.spiegel.de/politik/auslan…573574,00.html)
Russland hat zwar indessen den Abzug seiner Truppen begonnen, anders als jedoch angekündigt, sollen ca. 500 Mann und 8 Außenposten an den Grenzen der Provinz verbleiben, ebenso wird der Abzug der Truppen „wahrscheinlich länger dauern als geplant“ (laut russischem Vize-Generalstabschef Anatoli Nogowizyn), geplant war dabei übrigens der heutige Freitag.

Ich bin allerdings noch nicht fertig, jetzt kommen wir mal dazu, weshalb der Westen, pardon, mal wieder zu blöde ist, sich vernünftig hinzusetzen und zu vermitteln und ja, das wird ein längeres Stück, also holt euch schonmal Kaffee und Kuchen nach.^^

Da nun der wesentlich längere Teil des Spiegels Nr. 34 folgen würde (insgesamt 16 Seiten) will ich euch erst einmal eine Pause gönnen.
Macht euch selbst ein Bild hiervon, eventuell poste ich später den wesentlich größeren Hammer.

Es sei an dieser Stelle noch gesagt, dass dies lediglich die vergangene Woche war, natürlich mit einigen Ausblicken (wie dem Rückzugsbekundungen), aber auch fehlenden Informationen, wie zum Beispiel dem Waffenstillstand auf georgischer Seite oder den Grenzverschiebungen, oder Abriegelungen der Städte durch russiche Truppen.

Eines steht jedenfalls fest, dieser Konflikt in seiner heißen Phase mag schnell erstickt sein, aber seine Auswirkungen sind gravierend, zeigen zudem deutlich Putins weiteren politischen Einfluss (denn es ist seine Politik, nicht die des als „Weichei“ verschrienenen Medwedews) und die Tatsache, dass Russland die Schnauze voll hat, die zweite Geige hinter den USA zu sein.
Die einstige Weltmacht ist wieder da, stark, selbstbewusst und unbeeindruckt durch den Westen, der nichts tun kann und wohl auch nicht mehr will, als Russland aufzufordern, doch das Land zu verlassen.

Was denkt ihr darüber? (falls noch wer lebt)
Glaubt ihr, es gibt eine einvernehmliche Einigung?
Wer ist eurer Meinung nach der Verursacher, gibt es überhaupt einen oder sind alle Opfer der Umstände?
Wie beurteilt ihr die einzelnen Rollen, Georgien, Russland, USA, Europa?
Schlittern wir in einen heißen Krieg oder nur eine weitere Welle des Kalten Krieges?

Es bleibt abzuwarten, was im Schatten der olympischen Spiele in Peking und angesichts wenig bedeutsamer russicher Sportleistungen, nun zu den vielsagendenen militärischen Leistungen innerhalb dieser kleinen Region passieren wird.
Fakt ist jedoch: Russland ist auf der Weltbühne weiterhin präsent und niemand, kein (nach Außen) geeintes Europa und schon gar nicht die selbsternannte Weltmacht USA werden es davon abhalten, diesen Platz, wenn nötig mit Gewalt verteidigt, zu bewahren.

Ihr Korhal.

*puh, ich brauch nen Kaffee*

RTL Hetze gegen den Islam – Spalten statt Versöhnen

August 29, 2008

– Gastartikel von Korhal –

Ein dunkles, trostloses Zimmer, eine junge Frau auf einem Bett, vermummt, das Gesicht abgedunkelt, die Stimme entfremdet.
Ihr gegenüber eine junge attraktive Frau, blond, leicht gekleidet, ein sanftes Lächeln, vermischt mit ernstes Blick, in der Hand eine kleine Kamera.

„Sind sie das?“, fragt die Blonde.
„Ja, als ich 12 war“, antwortet die andere.
„Sie sehen ja ganz anders aus, eine völlig andere Frau!?“, ein entsetzter Blick, betroffenes Schweigen für ein paar Sekunden.
„Das war vor meiner Zwangsheirtat“, antwortet die Vermummte betreten.
Ihre Nase, ihr Kiefer und mehere Gesichtsknochen seien ihr gebrochen worden, die Bilder der Kamera oder die Frau selbst, bekommt der Zuschauer nicht zu Gesicht.

Herzlich willkommen zum RTL Mittagsjournal Punkt 12, wo zwischen medialen Boulevardwahnsinn, Busenwundern und dem alltäglichem Klatsch und Tratsch auch immer wieder Zeit für ein bisschen Hetze ist.

Eine schnelle Straßenumfrage innerhalb der Sendung, immerhin unter ganzen drei türkisch stämmigen Menschen, ergab folgende Antworten:

1. Ich möchte dazu nichts sagen. Tut mir Leid.
2. Ich habe dazu keine Meinung.
3. Finde ich nicht gut, trete ich entschieden und knallhart entgegen.

Nur damit man sich einmal einen Eindruck machen kann.
Hier ein ähnlicher Artikel vom gleichen Sender: Ehre ist Ehre
Man beachte übrigens die Unterschrift der Seite:
No tolerance for intolerance.
No apology for being free.

Auch bitte ich einmal genau auf die Fragestellung der Reporterin zu achten und auch die Art und Weise der Befragung.

Kommen wir mal zu ein paar Daten.
In Deutschland leben vermutlich (letzte Zählung ist von 1987, daher wage) ca. 3,3 Millionen Menschen, die sich zum Islam bekannt haben.
Anders als es RTL behauptet, dass die Zwangsheirat meist unter türkischen Menschen stattfinde (von denen bei uns ca. 2,5 Millionen leben), kann man das, mit ein paar Klicks auf google sofort widerlegen.
Zwangsheirat gehört in vielen Kulturen zum traditionellen Alltag, mal unabhängig davon, ob dies gut oder schlecht ist, findet sich diese Form der Ehe nicht nur im oft verunglimpften Islam, sondern auch in anderen Religionen, wie der dem Christentum, im Jesidismus (eine unter Kurden verbreitete Religion), im Hinduismus, aber auch in der „Weltfriedensreligion“ dem Buddhismus (zerstöre ich damit jetzt ein paar Weltbilder von der sooft gepredigten Toleranz?).

Betrachtet man nun alleine nur die von diesen Religionen betroffenen Gebiete, so fällt auf, wie weit die meisten von der Türkei entfernt sind, sowohl ethnisch, historisch, geschweige den geografisch.
Würde man noch die nicht erfassten Zwangsheiraten in afrikanischen Gebieten erfassen, so wäre die Zahl wohl unweit höher.

Hier mal ein Artikel zum Thema „Angst vor dem Islam“ (wenn auch etwas älter)
Die Studie, von der (hier in der Süddeutschen abgedruckt) man hier einen kleinen Ausschnitt lesen kann, wurde übrigens auch, wer hätte das gedacht, von RTL so vorgestellt.
Selbstverständlich mit passenden Bildern von tausenden Menschen, die sich in den Dreck werfend und wie im Wahn Allah anbetetend zum Islam bekannten, gefolgt von Bildern des Terros am 11. September 2002.

Während man bei (vor allem arabisch) stämmigen Immigranten noch immer gern das so vielsagende Wort „Ehrenmord“ benutzt, sobald ein Todesfall in der Familie bekannt wurde, heißen diese Verbrechen bei uns schon seit Jahren einfach nur lapidar abgetan „Familiendrama“. (schonmal als Unwort des Jahres vorgeschlagen? wäre mal eine Überlegung wert)
Auch hier mal ein paar Worte dazu.

RTL meint, es habe in den letzten 9 Jahren 53 Ehrenmorde gegeben.
Das entspräche knapp sechs Frauen seit 1999, bei denen man einen Ehrenmord als Motiv vermutete.
Im Jahr 2007 gab es insgesamt 734 Fälle, die man als „Mord“ einstufte, davon waren jedoch ganze 57,2% „versuchter Mord“.
Die von RTL viel beschworene Tatsache, Ehrenmord werde in Deutschland teilweise nie aufgeklärt, da die Täter sich gegenseitig deckten und die lebenden Opfer müssten Todesängste ausstehen, stimmt, auf die Masse gesehen nicht.
Letztes Jahr wurden 97,3% aller Fälle aufgeklärt.
Die Chance mit Mord also davon zu kommen, ist also extrem gering. (Deutschland stand 2005 übrigens auf Platz 4 in der Welt)

Ich könnte noch ewig so weiterschreiben, aber ich möchte mal das Schlusswort etwas eher setzen.
Es ist, unabhängig von dieser verachtenswerten Tat, eine bodenlose Frechheit, wie deutsche Mitbürger denunziert werden, von einem der größten Mediensender dieses Landes.
Diesen Schwachsinn glauben dann auch noch 95% der dortigen Zuschauer und wir schüren weiterhin die Angst und den Hass auf eine Bevölkerungsgruppe, die nicht gefährlicher ist, wie jede andere in diesem Land.

Ich übergebe hiermit an Hagen Rether, imo das beste Video von ihm, dass ich kenne.
Mehr braucht es nicht dazu.
Hagen Rether – Spalten statt Versöhnen

Vielleicht sollte man doch mal über eine staatliche Zensur nachdenken oder ein Unterrichtsfach „Medienkompetenz“.
Ich zitiere hier noch einen Menschen, der äußerst bekannt sein dürfte, aber mit diesem Spruch hat er definitiv Recht.

„Ob frei oder unfrei, das Volk kann man immer dazu bringen, den Regierenden zu folgen. Das ist einfach. Alles was man tun muß ist ihnen zu sagen, dass sie angegriffen werden könnten und die Pazifisten als unpatriotisch beschimpfen und Gefahr für das Land heraufbeschwören. Das funktioniert überall.“ -Hermann Göring