Archive for the ‘Medien’ Category

Vergesst nicht die Killerspiele!

Juli 5, 2009

Oder generell die ganze mit dem Internet verbundene Problematik.

Zensur, Kinderpornoproblematik, Killerspiele, Foren, blogs.

Alle damit verbundenen Probleme lassen sich letztendlich im wesentlichen auf einen Punkt zurückführen. Die erwachsene Generation kommt nicht mit einem neuen Medien klar, mit dem sie nicht aufgewachsen sind, während die Kinder, bzw heute in vielen Fällen schon junge Erwachsene, die damit aufgewachsen sind, einen ganz anderen Zugang zu der ganze Problematik haben.

In den nächsten 20 Jahren werden sich unsere Standpunkte einfach dadurch durchsetzen, das unsere Generation aus den Schulen und Universitäten herausströmen wird und wichtige Positionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einnehmen wird.

Die Killerspieldebatte (welche ich jetzt als Synonym für alle oben genannte Problemfelder nenne) ist also eine Debatte mit Ablaufdatum. Früher oder später werden wir uns gegen unsere Elterngeneration durchgesetzt haben.
Doch was dann? Friede Freude Eierkuchen?
Sicher nicht.

Auch unsere Eltern und Großeltern haben gegen ihre damailge Elterngeneration rebelliert, für damals neue Medien. Als das Ferhnsehen, speziell das Farbfernsehen weiter verbreitet wurde, was glaubt ihr was es damals für nen Aufstand gab? Actionfilme waren damals ein genauso großes Problemfeld wie heute Killerspiele. Man kann sogar noch weiter zurückgehen. Bücher. Die Leiden des jungen Werther von Goethe war lange Zeit in vielen Ländern verboten, weil es Jugendliche angeblich in den Suizid treiben würde.

hier ein Ausschnitt aus dem zugehörigen wiki Artikel

Der Roman rief bei Kritikern wie bei Befürwortern äußerst emotionale Reaktionen hervor. Goethe stellt mit Werther eine Person in den Mittelpunkt, die den bürgerlichen Normen völlig widerspricht. Das bürgerliche Publikum sah Werther als Störer des Ehefriedens, als Rebell und Freigeist an – ein völliger Widerspruch zu ihren Vorstellungen. Es erwartete in Literatur vielmehr etwas Nützliches und Unterhaltsames (gemäß Horaz´ Forderung „prodesse et delectare“) – Goethes Roman war in ihren Augen jedoch keines von beiden. Das „Nützliche“ wurde von ihnen direkt im Geschehen gesucht, sie wollten eine Person haben, mit der sie sich identifizieren und aus deren Handlungen sie lernen konnten. Der Roman endet jedoch mit einem Suizid – nach bürgerlichen Normen unvorstellbar. Viele Bürger kritisierten Goethes Werk schlicht, weil die Hauptfigur nicht ihren Wertvorstellungen entsprach und sie ihre Normen in Gefahr sahen. Für sie stellten „Die Leiden des jungen Werther“ einen unwillkommenen Bruch mit der traditionellen Literatur dar. Sie sahen das Buch als eine Verherrlichung von Werten an, die ihren Interessen widersprachen, sowie als Verherrlichung des Suizids. In der Forschung wurde lange Zeit kontrovers diskutiert, ob Werther-Selbstmorde tatsächlich stattgefunden haben. Neuere Studien belegen ein halbes bis ein Dutzend solcher Werther-Selbstmorde.

So viele Probleme der lezten Jahrhunderte lassen sich darauf zurückführen, dass die „erwachsene Generation“ der Jugend nicht zuhörte,  daher sind viele der damaligen Probleme für uns überhaupt nichtmehr nachvollziehbar.

Wird diese Problematik mit unserer Generation enden?

Sicher nicht, auch unsere Kinder oder Enkel werden neue Medien oder Technologien entdecken welche wir nicht verstehen können, welche uns „Angst“ machen, welche wir missverstehen.
Der erste Impuls wird dann wieder sein sie zu verbieten, und es wird genauso wie bei den Killerspielen der falsche Weg sein.

Daher dürft ihr die Momentane Debatte nicht vergessen, denn wenn wir die jetzige Politik mit Recht kritisieren wollen, dann dürfen wir nicht in 30 Jahren genau die gleiche dumme Politik machen, nur auf eine andere Thematik bezogen.

Daher, vergesst die Debatte nicht, vergesst eure Argumente nicht, denn ihr werdet sie in einigen Jahrzehnten in sehr ähnlicher Form von euren Kindern wieder hören.
Und dann hoffen wir, dass wir eine vernünftigere Politik machen werden, als unsere jetzige Elterngeneration.

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Österreich ist eine Mediendiktatur.

Juli 1, 2009

Ja, viel Zweifel kann daran nicht mehr bestehen. Die Macht, die die Kronenzeitung (hier ein älterer Artikel der sich eingehend mit ihr und ihrem Stil befasst) besitzt, ist mit der keiner anderen Zeitung der Welt vergleichbar.

40+% Martkanteil in Österreich, in den östlichen Bundesländern sogar bis zu über 60%!

Damit ist sie, gemessen an der Bevölkerung, die mit großem Abstand auflagenstärkste Zeitung der Welt, und gleichzeitig die mit Abstand einflussreichste.

Herausgeber Hans Dichand hat auch keinerlei Probleme damit, seine Macht offen auszuspielen. Hinter dem Erstarken der FPÖ in den 90er Jahren stand zu einem großen Teil die Kronenzeitung, welche in fast allen Themen hinter der FPÖ stand. Kurz vor der letzten Nationalratswahl schwenkt die SPÖ plötzlich in einem für Dichand sehr wichtigen Thema (Volksabstimmung zum EU Vertrag) ein, macht das in einem Leserbrief an die Kronenzeitung erstmalig publik, und katapultiert sich so ins Herz Dichands. Der startet daraufhin eine beinahe beispiellose Kampagne für die SPÖ, welche dadurch die Wahl gewann. Für die EU-Wahl wiederrum sucht sich Dichand einen neuen Günstling aus, Hans Peter Martin, welcher durch die Unterstützung der Kronenzeitung 14%, und bei der nächsten Wahl 17% erreichen konnte.

Das war wohl das erste mal in der Menschheitsgeschichte, dass eine Zeitung mit einer eigenen Partei antreten und gewinnen konnte. Denn Hans Peter Martin wurde nicht einfach nur von der Kronenzeitung unterstützt, die Kronenzeitung war Hans Peter Martin. Nicht umsonst hieß es in der Kronenzeitung am Tag nach der Wahl:

„Ein Sieg war dieses zweifelsohne/
für H.-P. Martin und die ,Krone‘“.

Da Hans Peter Martin allerdings bundespolitisch schon einmal gefloppt war, beschloss Dichand, bei der aktuellen Nationalratswahl nicht ihn, sondern die ÖVP und den Pröll-Clan zu unterstützen. In einem offenen Brief wünscht er sich die beiden Prölls an der Staatsspitze, Erwin Pröll als Bundespräsident und seinen Neffen Josef Pröll als Bundeskanzler.

Da in der zweiten Republik kaum eine Entscheidung (die einzig namhafte wäre die Koalition von FPÖ und ÖVP im Jahr 2000) gegen seinen erklärten Willen stattgefunden hat, wird in den nächsten Wahlen wohl mit höchster Wahrscheinlichkeit die ÖVP triumphieren.

Doch was bedeutet es, wenn ein einzelner Mann in einem demokratischen Land so viel Macht in seiner Hand hält? Kann dieses Land dann überhaupt noch demokratisch sein? Scheinbar ja, auch wenn die meisten nicht-Österreicher ungläubig den Kopf schütteln, wenn man ihnen von der Macht der Kronenzeitung erzählt. Doch für uns Österreicher ist es absolut alltäglich. Es ist ganz normal, dass die Willenserklärung eines Herausgebers sofort Pressemeldungen aller Parteien hervorruft, statt umgekehrt. Etwas, was in Deutschland wohl nicht denkbar wäre.

Dichand kann Richtungsänderungen und Entscheidungen in jedem politischen Feld erzwingen, beugt sich eine Partei seinem Willen nicht, verliert sie unter Garantie die nächste Wahl.

Sagen wir wie es ist, die Kronenzeitung muss zerschlagen werden.

Es kann nicht sein, dass eine einzelne Zeitung, welche von einem einzelnen Mann despotisch geführt wird, in einem Land eine derartige Macht ausübt.

Die CDU hat recht. Killerspiele sind gefährlich!

Juni 17, 2009

Also vorweg. Tut mir leid das es so lang still war. Diesesmal hab ich nichtmal eine gute Ausrede. Ich war einfach faul, lustlos und habs immer weiter vor mich her geschoben was zu schreiben.
Aber dafür hab ich jetzt wieder eine Reihe von Themen über die ich meckern möchte, also macht euch bereit!

Nunja… Ihr habt den Titel gelesen. Ponti schreibt was pro CDU? Gibts denn sowas?
Ja das gibts.

Die ganze Killerspieldebatte lauft ja jetzt schon ziemlich lange. Ein Großteil des Internets steht hinter der Verdammung von Spielen als „Killerspiele“ und deren Verbot, und was weiß ich was die CDU noch für Ideen aus ihrem Hut gezaubert hat.

Doch dabei wird leider ein wirkliches Problem übersehen.
Diese sogenannten „Killerspiele“ sind nunmal das, was diese Bezeichnung sehr polemisch rüberbringt. Spiele wo der Hauptfokus darauf liegt Menschen zu erschießen.

Keine Frage, die CDU labert wie so oft ne Menge Scheiße daher. Aber ein grundsätzliches Problem haben sie erkannt, im Gegensatz zu ner Menge der Gegner dieser Hetzkampagne. Nämlich, dass diese Spiele gefährlich sind. Nicht für einen mündigen Erwachsenen, nicht für den Durchschnittsbürger. Aber für Kinder, für Jugendliche. Diese Spiele sind aus einem guten Grund ab 16, oder gar ab 18 Jahre, und unterschiedliche Entwicklung mal beiseite, aber diese Spiele gehören nicht in die Hände von 12 oder 13jährigen.

Immer strengere Gesetze helfen hier aber nicht weiter, sondern die Eltern müssen endlich ihren Arsch bewegen und sich informieren. Es ist nicht der richtige Weg diese Spiele immer mehr zu kriminalisieren und auch für Erwachsene zu verbieten, sondern man muss die Eltern zwingen (ja, zwingen!) ihren Arsch zu bewegen und sich etwas Medienkompetenz anzueignen.
Die CDU ist halt heute die Partei der faulen Erwachsenen. Alles einfach von oben per Holzhammergesetz verbieten, dann wird das schon.
Aber das löst nicht das Problem, genau wie bei der Kinderpornozensur verdeckt es das Problem nur.
Denn die Spiele werden weiterhin verfügbar sein, jeder der einen Internetzugang hat (das sind in Deutschland weit mehr als 80% der Haushalte) hat Zugang zu alle Spielen der Welt.

Man muss die Eltern dazu zwingen sich selbst damit zu beschäftigen was im Kinderzimmer vorgeht. Es kann nicht sein das man die Tür zumacht, sich selbst vor den Fernseher wirft und die 12jährigen Kinder mit dem Computer unbeaufsichtigt und unvorbereitet allein lässt.

Brutale Spiele, genauso wie Alkohol und Zigaretten haben eine hohe Anziehungskraft für Kinder und sie werden immer Möglichkeiten finden sie zu bekommen. Die Aufgabe der Eltern ist es, ähnlich wie bei Alkohol und Zigaretten, ihre Kinder über Gefahren aufzuklären und sie nicht vollkommen unvorbereitet reinstürzen lassen.
Oder vielleich ist Sex ein besseres Beispiel. Genauso wie man für eine sexuelle Aufklärung seiner Kinder sorgen sollte, sollte man auch für eine mediale Aufklärung seiner Kinder sorgen.

Wenn Eltern selbst Erfahrung mit derartigen Spielen haben, dann können sie auch viel besser einschätzen was für eine Anziehungskraft diese auf ihre Kinder haben, welche Spiele für ihre Kinder angemessen sind und auch (und das ist besonders wichtig) mit ihren Kindern über das (virtuell) erlebte sprechen. Kinder sind nicht dumm, aber sie sind unerfahren. Ich bin mir sicher das mit einer entsprechenden Begleitung auch ein 13jähriger mit einem Spiel wie Half Life 2 klar kommen könnte. Aber man kann ihn nicht allein vor den Computer setzen und dann davon ausgehen das das keine Auswirkungen auf ihn hat.

Daher, für eine vernünftigere Debatte der Killerspielthematik, und zwar auf beiden seiten. Weder ist Hetze und ein Verbot gut, noch das verschließen der Augen vor den tatsächlich vorhandenen Problemen.

Es bringt nichts immer härtere Gesetze zu erlassen, wir müssen unsere Eltern dazu zwingen sich mit dem Thema auseinander zu setzen und selbst etwas Medienkompetenz zu erlangen. Ich bin mir sicher das dann auch niemand nach einem Verbot schreien würde.

Also setzt eure Eltern vor den Computer, schaltet ein Spiel und erzieht sie.

Antifa, Antifa… was mach ma mit der scheiß Antifa…

Mai 18, 2009

Ja, mir ist kein guter Titel eingefallen… (Verbesserungsvorschläge werden angenommen.^^)
Tut mir leid, dass ich die letzte Woche wieder so ruhig war, lag einerseits daran, dass sich kein Thema wirklich aufgedrängt hat, andererseits daran, dass KillingFloor endlich auf Steam erschienen ist. Und wenn ich zwischen Zombies metzeln und Politik wählen muss, dann fällt meine Wahl eindeutig auf Zombies. Aber ich will eigentlich nicht über KillingFloor reden (Auch wenn es geil ist und ihr es euch kaufen müsst!!) sondern über die “Antifa”.
Im WoP kam es in letzter Zeit zu einer nicht unbeträchtlichen Hetze gegen diese “Gruppe”. Wobei es ja keine Gruppe ist, aber dazu kommen wir noch. Da diese Vorurteile wie so oft auf schlichtem Unwissen basieren, möchte ich mal paar allgemeine Worte zu dem Thema verlieren, hoffentlich findet sich im Anschluss jemand, der mit mir darüber diskuiteren möchte.
Also zuallererst, ich bin Antifaschist. Das gehört zu meinem demokratischen Ich selbstverständlich dazu und das lasse ich mir sicher nicht nehmen, nur weil der “Meinungsmainstream” momentan deutlich in die andere Richtung schlägt.
Aber was ist die Antifa? Schon an dem Punkt scheitern die meisten selbsternannten Kritiker der Antifa.
Schauen wir zuerst mal, was die Antifa nicht ist. Die Antifa ist keine Organisation. Die Antifa ist keine geschlossene Gruppe. Die Antifa ist kein geschützter Begriff. Es gibt niemanden der für alle oder auch nur einen großen Teil der Antifa sprechen könnte.
Nun, was ist dann die Antifa? Die Antifa ist ein Begriff. Ein Schlagwort, mit dem sich jeder schmücken kann. Vergleichbar mit der Demokratie. Jedes noch so diktatorische Regime kann sich demokratisch nennen, auch wenn jeder weiß, dass sie mit Demokratie nichts am Hut haben.
Niemand kann Person A (Ich nenne ihn mal Hans.) davon abhalten, eine Antifa-Demo anzumelden, oder eine Antifa Gruppe zu gründen. Auch wenn Hans überhaupt nichts mit einer antifaschistischen Aufklärungspolitik am Hut hat, sondern einfach nur ein Feindbild braucht, auf das er und seine Freunde losgehen können. Niemand kann Hans davon abhalten eine Antifa-Flagge herzustellen und damit auf der nächsten Demo einen Polizisten anzugreifen. Würde er das mit einer CDU Fahne machen wollen, hätte er wesentlich größere Probleme, da das erstens ein geschützter Begriff ist, eine Organisation mit einer hierarchisch geordneten Führung, und zweitens jeder erkennen würde, dass der komische Typ, der gerade schreiend auf die Polizisten zu rennt, mit der CDU so viel zutun hat wie Will Smith mit einem Schauspieler. Nämlich überhaupt nichts.
Schauen wir nochmal zum Anfang dieses Textes. Was haben wir festgestellt, ist die Antifa nicht? Richtig, keine Organisation, keine Gruppe, kein geschützter Begriff. Als Antifaschist habe ich also keine konkrete Handhabe gegen diese Trottel. Und ich kann auch niemanden zum Fernsehen schicken, der am nächsten Tag im Namen aller Antifaschisten die dummen Taten von Hans verurteilt.
Ich denke, es gibt durchaus eine allgemein gewaltfreie Grundhaltung unter den meisten Antifaschisten. Auch wenn man sich die Medienberichte ansieht, merkt man doch, dass es immer nur ein sehr kleiner Teil einer Demonstration oder Verantstaltung ist, die im Anschluss randalieren. Da Medien aber natürlich sensationsgeil sind, sind die 200 gewaltbereiten Demonstranten natürlich wesentlich interessanter als die 40.000, die friedlich demonstriert haben.
So weit so gut… nun, ich wäre nicht ich, wenn ich nicht auch hier mal wieder etwas zum Meckern hätte. Wie bekannt sein dürfte, gehe ich ja auch des öfteren auf Demonstrationen. Darunter natürlich auch ne Menge explizit antifaschistische.
Was mich aufregt ist, dass hier (und auch in anderer Form) antifaschistische Politik mit linker Politik vermischt wird. Und zwar nicht nur von “Feinden” der Antifa selbst, sondern auch von einem nicht geringen Teil der Antifaschisten selbst.
Wenn ich auf einen Fackelzug gegen den NS-Terror gehe, dann will ich dort keine Plakate
Wenn ich auf einen Fackelzug gegen den NS-Terror gehe, dann will ich dort keine Plakate ala “Die Reichen müssen bezahlen!!” oder anderen linken Schlagwörtern haben. Ich arbeite gerne auch mit Bonzen gegen Faschisten, genauso wie mit Patrioten, Sozialdemokraten, Christlich-soziale, Neoliberalen, Grünen und Kommunisten. Jeder, der sich dem Konsens der antifaschistischen Politik verschreibt, ist mir willkommen. Das ist ein Thema, bei dem ich finde, dass man über das restliche politische Gezänk hinwegsehen muss und sich auf den gemeinsamen Feind konzentrieren sollte.
Wenn ich gegen Faschismus demonstriere, dann will ich auch nur gegen Faschismus demonstrieren und nicht dort noch irgendwelche anderen, davon komplett unabhängige Forderungen, unterstützen.
Für mich persönlich ist es wenig problematisch, wenn das linke Forderungen sind, aber hier geht es ums Prinzip. Wenn ich auf eine antifaschistische Demonstration einer konservativen Gruppierung gehe, dann möchte ich dort auch keine Plakate gegen die Homoehe sehen. In dem Fall verlasse ich die Demonstration sofort.
Daher finde ich es auch absolut verständlich, wenn sich ein Konservativer auf einer durchschnittlichen antifaschistischen Demonstration nicht wohl fühlt.
Er unterstützt dort mit seiner Anwesenheit einfach Forderungen, die er überhaupt nicht unterstützen möchte.
Gut, das wars mal wieder von meiner Seite, ich geh jetzt wieder Zombies töten und warte darauf, dass sich hier jemand für eine Diskussion findet.

Gegen Kinderpornosperren!

Mai 7, 2009

Als das BKA die Kinderpornoseiten sperrte;
habe ich geschwiegen;
ich war ja nicht pädophil.

Als sie alle Pornoseiten sperrten;
habe ich geschwiegen;
ich sah ja keine Pornos an.

Als sie thepiratebay sperrten;
habe ich geschwiegen;
ich lud ja keine torrents.

Als sie youtube sperrten;
habe ich geschwiegen;
ich schaute ja keine onlinvideos.

Als sie wikipedia sperrten;
habe ich geschwiegen;
ich las ja nicht auf wikipedia.

Doch als sie das Internet sperrten;
gab es keine Möglichkeit mehr zu protestieren.

frei nach Martin Niemöller. (original Gedicht)

Pornos sexistisch? So ein Schwachsinn aber auch!

Mai 5, 2009

Nachdem ich das Thema in einer Diskussion gerade kurz angeschnitten habe, möchte ich hier noch etwas breiter darauf eingehen.

Also gut… Pornos sind ja ach so sexistisch, zeigen ein gänzlich falsches Bild der Frau und degradieren sie zum Sexualobjekt. Ich denke derartiges Geblubber hat jeder schon mal gehört; klingt ja erstmal durchaus einleuchtend und da Pornos ja ohnehin etwas Schlechtes sind, findet sich auch schwer ein öffentlicher Fürsprecher.
Aber wo ist denn eigentlich der große Sexismus bei Pornos? Ja, die Frau wird als Sexobjekt dargestellt. Aber der Mann etwa nicht? Ist jeder hier ein muskelprotzender Hengst, der in zwei Stunden 15mal kommt und seine Partnerin dabei gleich in ganzen Sturzbächen ertränkt?
Macht der Mann in einem Porno denn etwas anderes, als in den verschiedensten Positionen zu rammeln und vor sich hin zu grunzen?
Ist er nicht genauso zu einem Sexobjekt degradiert, wie die Frau? Ist ja auch nur logisch, denn ein Porno ist nun mal ein Sex-Film. Regt sich irgendwer auf, dass in Actionfilmen alle Probleme mit Gewalt gelöst werden?
Sicher nicht; deswegen schau ich mir einen Actionfilm an. Weil ich ein absolut nicht der Wirklichkeit entsprechendes Effektfeuerwerk sehen will, wo ein Pistolenschuss gleich mal eine Kettenexplosion auslöst, man sich mit Autos Verfolgungsjagden quer durch die ganze Stadt liefert und die Terroristen/Polizisten/Gangster in ganzen Heerscharen den Jordan überschreiten.
Macht sich irgendwer Gedanken darüber, dass all diese Leute Familien haben? Dass danach jemand um sie trauern wird? Wer den ganzen Sachschaden bezahlt? Es sagt niemand etwas. Es ist Fiktion, ein Film soll nicht gezwungener Maßen die Realität widerspiegeln, sondern kann sich ganz bewusst dazu entscheiden, die Realität auszublenden und nur das zu zeigen, für was das Publikum ins Kino geht.
Nachdem ich mir einen Actionfilm angesehen habe, denk ich doch auch nicht, dass die Realität wirklich so abläuft, dass überall in der Stadt gerade wilde Schießereien ablaufen und irgendein einsamer Rächer 50 Gangster im Alleingang tötet.
Aber bei Pornos ist es ja was ganz anderes. Da geht es ja um Sexualität. Igitt igitt. Wenn ich mir einen Porno anschaue, dann weiß ich, was ich sehen will, wähle je nachdem einen Porno aus, der dem entspricht, was ich erwarte und ziehe davon keine Rückschlüsse auf die Realität. Genauso wenig, wie ich es bei einem Actionfilm machen würde. Also wieso wird so eine große Dramatik daraus gemacht?

RTL Hetze gegen den Islam – Spalten statt Versöhnen

August 29, 2008

– Gastartikel von Korhal –

Ein dunkles, trostloses Zimmer, eine junge Frau auf einem Bett, vermummt, das Gesicht abgedunkelt, die Stimme entfremdet.
Ihr gegenüber eine junge attraktive Frau, blond, leicht gekleidet, ein sanftes Lächeln, vermischt mit ernstes Blick, in der Hand eine kleine Kamera.

„Sind sie das?“, fragt die Blonde.
„Ja, als ich 12 war“, antwortet die andere.
„Sie sehen ja ganz anders aus, eine völlig andere Frau!?“, ein entsetzter Blick, betroffenes Schweigen für ein paar Sekunden.
„Das war vor meiner Zwangsheirtat“, antwortet die Vermummte betreten.
Ihre Nase, ihr Kiefer und mehere Gesichtsknochen seien ihr gebrochen worden, die Bilder der Kamera oder die Frau selbst, bekommt der Zuschauer nicht zu Gesicht.

Herzlich willkommen zum RTL Mittagsjournal Punkt 12, wo zwischen medialen Boulevardwahnsinn, Busenwundern und dem alltäglichem Klatsch und Tratsch auch immer wieder Zeit für ein bisschen Hetze ist.

Eine schnelle Straßenumfrage innerhalb der Sendung, immerhin unter ganzen drei türkisch stämmigen Menschen, ergab folgende Antworten:

1. Ich möchte dazu nichts sagen. Tut mir Leid.
2. Ich habe dazu keine Meinung.
3. Finde ich nicht gut, trete ich entschieden und knallhart entgegen.

Nur damit man sich einmal einen Eindruck machen kann.
Hier ein ähnlicher Artikel vom gleichen Sender: Ehre ist Ehre
Man beachte übrigens die Unterschrift der Seite:
No tolerance for intolerance.
No apology for being free.

Auch bitte ich einmal genau auf die Fragestellung der Reporterin zu achten und auch die Art und Weise der Befragung.

Kommen wir mal zu ein paar Daten.
In Deutschland leben vermutlich (letzte Zählung ist von 1987, daher wage) ca. 3,3 Millionen Menschen, die sich zum Islam bekannt haben.
Anders als es RTL behauptet, dass die Zwangsheirat meist unter türkischen Menschen stattfinde (von denen bei uns ca. 2,5 Millionen leben), kann man das, mit ein paar Klicks auf google sofort widerlegen.
Zwangsheirat gehört in vielen Kulturen zum traditionellen Alltag, mal unabhängig davon, ob dies gut oder schlecht ist, findet sich diese Form der Ehe nicht nur im oft verunglimpften Islam, sondern auch in anderen Religionen, wie der dem Christentum, im Jesidismus (eine unter Kurden verbreitete Religion), im Hinduismus, aber auch in der „Weltfriedensreligion“ dem Buddhismus (zerstöre ich damit jetzt ein paar Weltbilder von der sooft gepredigten Toleranz?).

Betrachtet man nun alleine nur die von diesen Religionen betroffenen Gebiete, so fällt auf, wie weit die meisten von der Türkei entfernt sind, sowohl ethnisch, historisch, geschweige den geografisch.
Würde man noch die nicht erfassten Zwangsheiraten in afrikanischen Gebieten erfassen, so wäre die Zahl wohl unweit höher.

Hier mal ein Artikel zum Thema „Angst vor dem Islam“ (wenn auch etwas älter)
Die Studie, von der (hier in der Süddeutschen abgedruckt) man hier einen kleinen Ausschnitt lesen kann, wurde übrigens auch, wer hätte das gedacht, von RTL so vorgestellt.
Selbstverständlich mit passenden Bildern von tausenden Menschen, die sich in den Dreck werfend und wie im Wahn Allah anbetetend zum Islam bekannten, gefolgt von Bildern des Terros am 11. September 2002.

Während man bei (vor allem arabisch) stämmigen Immigranten noch immer gern das so vielsagende Wort „Ehrenmord“ benutzt, sobald ein Todesfall in der Familie bekannt wurde, heißen diese Verbrechen bei uns schon seit Jahren einfach nur lapidar abgetan „Familiendrama“. (schonmal als Unwort des Jahres vorgeschlagen? wäre mal eine Überlegung wert)
Auch hier mal ein paar Worte dazu.

RTL meint, es habe in den letzten 9 Jahren 53 Ehrenmorde gegeben.
Das entspräche knapp sechs Frauen seit 1999, bei denen man einen Ehrenmord als Motiv vermutete.
Im Jahr 2007 gab es insgesamt 734 Fälle, die man als „Mord“ einstufte, davon waren jedoch ganze 57,2% „versuchter Mord“.
Die von RTL viel beschworene Tatsache, Ehrenmord werde in Deutschland teilweise nie aufgeklärt, da die Täter sich gegenseitig deckten und die lebenden Opfer müssten Todesängste ausstehen, stimmt, auf die Masse gesehen nicht.
Letztes Jahr wurden 97,3% aller Fälle aufgeklärt.
Die Chance mit Mord also davon zu kommen, ist also extrem gering. (Deutschland stand 2005 übrigens auf Platz 4 in der Welt)

Ich könnte noch ewig so weiterschreiben, aber ich möchte mal das Schlusswort etwas eher setzen.
Es ist, unabhängig von dieser verachtenswerten Tat, eine bodenlose Frechheit, wie deutsche Mitbürger denunziert werden, von einem der größten Mediensender dieses Landes.
Diesen Schwachsinn glauben dann auch noch 95% der dortigen Zuschauer und wir schüren weiterhin die Angst und den Hass auf eine Bevölkerungsgruppe, die nicht gefährlicher ist, wie jede andere in diesem Land.

Ich übergebe hiermit an Hagen Rether, imo das beste Video von ihm, dass ich kenne.
Mehr braucht es nicht dazu.
Hagen Rether – Spalten statt Versöhnen

Vielleicht sollte man doch mal über eine staatliche Zensur nachdenken oder ein Unterrichtsfach „Medienkompetenz“.
Ich zitiere hier noch einen Menschen, der äußerst bekannt sein dürfte, aber mit diesem Spruch hat er definitiv Recht.

„Ob frei oder unfrei, das Volk kann man immer dazu bringen, den Regierenden zu folgen. Das ist einfach. Alles was man tun muß ist ihnen zu sagen, dass sie angegriffen werden könnten und die Pazifisten als unpatriotisch beschimpfen und Gefahr für das Land heraufbeschwören. Das funktioniert überall.“ -Hermann Göring

Die Daten von Millionen Bankkunden um 45 Euro verkauft.

August 26, 2008

Ja, England (die ja die absoluten Vorreiter in Sachen Überwachung und Datensammlung sind) folgt ein Datenskandal dem nächsten… da werden nebenbei die Daten von 25 Millionen Kindergeldempfängern verloren, verliert man die Daten aller Gefangenen in England, verliert man die Daten von 3 Millionen Autofahrern, lassen Beamte Laptops mit brisanten Daten (unter anderem über El Kaida) in Pubs oder im Zug liegen und und und…

und das sind nur die, die in den letzten Monaten bekannt wurden, wieviele nicht bekannt wurden, weil der Finder/Käufer sich nicht meldete, oder es einfach vertuscht wurde, können wir wohl nur raten.

Jetzt wurde wieder ein PC mit den Daten von einer Million Bankkunden per ebay versteigert. Auch diesmal wieder das Glück, dass der Käufer sich sofort bei der Polizei meldete als er erfuhr auf welchen Daten er da sitzt… Die wären nämlich am freien Markt Millionen wert…
Ein ehemaliger Angestellter von „Graphic Data“ die diese Daten verwaltet hatte seinen alten PC verkauft, auf dem zufällig noch die Daten gespeichert waren…

da kommt gleich die Zusätzliche frage, wie kommt ein Angestellter dieser Firma dazu die sensiblen Daten von millionen Bankkunden auf seinem Heim PC zu haben?

Umso mehr Daten gespeichert werden, umso mehr geraten auch in den Umlauf, das zeigt uns England sehr eindrucksvoll. Das einzige was man dagegen tun kann ist so wenig Daten wie irgendwie möglich zu sammeln!

ÖVP für finanzielle Entlastung der Reichen.

August 18, 2008

Ja, Molterer muss ja was für seine Geldgeber tun… Lustig ist, wie er Sachverhältnisse umdreht… er findet es laut orf.at unfair wenn nur „7,5 Prozent der Lohnsteuerpflichtigen für 45 Prozent des Lohnsteueraufkommens aufkommen“

klingt ja recht nett, doch was wirklich unfair ist, dass das reichste Fünftel der Österreicher 46% des gesamten Bruttolohns der Österreicher verdienen.

Es ist unfair das die reichsten 10% die Hälfte des Privatvermögens aller Österreicher besitzen, und die ärmsten 50% der Österreicher besitzen nur 2-3% des Privatvermögens!

Es ist unfair, dass eine Million Österreich armutsgefährdet sind und eine halbe Million in Armut lebt.

Es ist unfair, dass die reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer.

Quelle für die obigen Aussagen (wenn mir wer sagt wie ich einzelne Seiten innerhalb einem pdf verlinken kann, dann verlink ichs euch genauer)

„Reicher Mann und armer Mann
standen da und sah‘n sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär‘ ich nicht arm, wärst du nicht
reich.“
(Berthold Brecht)

Hohe Spitzensteuersätze klingen zwar nett, aber auch hier muss man wieder reflektiert betrachten. Denn ein Manager der 1 Million verdient (reine Hausnummer) muss zwar 45% Steuern zahlen (wobei der sich ohnehin einen guten Steuerberater leisten kann, die real gezahlten Steuern liegen also weit unter dem, aber darauf geh ich jetzt mal nicht näher ein), aber im Gegensatz zu einem “normalen” Arbeiter braucht er nur für einen kleinen Teil davon sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Denn ab einer bestimmten Grenze (2008 lag die bei 5300 Euro) muss man keine Sozialversicherungsbeiträge mehr bezahlen. Und das sind satte 20%.

Das bedeutet also, (bei einem Gehalt von 1 Million halte ich 20% von 5300 Euro für vernachlässigbar) das ein Manager um 20% weniger an den Staat abgeben muss, als ein “normaler” Bürger. Der hat natürlich eine niedrigere Steuerquote, aber da kommen immer noch 20% Sozialversicherungsbeiträge dazu. Das gilt für die Großverdiener nicht.

Sozial? Sicher nicht!

Danke übrigens an Sergej, der mich darauf das erstemal aufmerksam gemacht hat und es auch recht anschaulich erklärt hatte

Die Kronenzeitung lässt die Muskeln spielen… kritischer Bericht verschwunden.

August 15, 2008

Ein kritischer Bericht über die Kronenzeitung und ihr extrem starkes Werben für den SPÖ Kandidaten Faymann sollte heute in der ZIB2 gesendet werden… So war es geplant, so stand es auch im Teletext… Doch der Bericht wurde nicht gezeigt… Und wieso? TV Chefredakteur Karl Amon hat den Beitrag davon abgehalten gesendet zu werden… angeblich weil er nicht rechtzeitig fertig wurde…

„habe Freunde auch im ORF“

hat Faymann in den ORF Sommergesprächen gesagt… nun, das scheint zu stimmen…

Quelle

Ergänzung vom 17.8:

Die Redakteure des Beitrages bestreiten, dass er nicht fertig geworden wäre