Archive for the ‘Globalisierung’ Category

Biosprit – Euer Wohlstand ist unser Hunger

August 29, 2008

– Gastartikel von Korhal –

Ich las es vorhin in der Zeitung. (freie Presse, sächsische Tageszeitung)
Sicherlich ist für die meisten die Erkenntnis nicht einmal neu…die Vermutung war ja bei vielen schon vorhanden, aber jetzt existiert auch endlich ein vernünftiger Bericht dazu.
Die Weltbank stellte nun vorgestern den seit April bekannten Bericht über die Entwicklung der Lebensmittelpreise vor.
Es heißt, dass man „aus Rücksicht gegenüber Georg W. Bush den Bericht bislang nicht veröffentlicht habe“.
In ihm geht man von einer Preissteigerung der Lebensmittel aufgrund des Biosprits von 75% aus.
Anders als die Studien der USA, unter anderen durch den US-Marktführer Monsanto gesponsert, die lediglich von einer Steigerung im Bereich von 3% ausgehen.
Monsanto ist das größte Biotechunternehmen der USA und treibt vor allem die Produktion und Verbreitung von genmanipulierten Sojamais voran.
Teilweise auch durch gezielten Druck auf die Regierungen der Staaten.
Erstes Ergebnis kann man hier nachlesen:
http://www.spiegel.de/politik/auslan…548504,00.html

Wer zu faul ist:
Monsanto konnte im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres eine Steigerung ihrer Nettogewinne um 107% verbuchen, dass entspricht einer Summe von 1,1 Milliarden Dollar.
Der Umsatz stieg um 45 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar.
Weiteres Ergebnis: 800 Millionen Menschen hungern!
In 35 Ländern der Erde gab es bereits Proteste, Exportländer für Lebensmittel wie China, Indien und Brasilien verhängten indessen ein Exportverbot, was zwar die Preise im eigenen Land stabil hält, dafür auf dem Weltmarkt nach oben treibt.
Weltweit wurden 2008 ca. 11,8 Mrd. Liter Biosprit verbraucht.
Davon entfielen 7825 Million Liter alleine auf die Europäische Union, zum Vergleich: Die USA verbrauchen „nur“ 1476 Millionen Liter.
Weitere Staaten der Erde sind unter anderem Kanada, Indien und Australien, die jedoch teilweise ihren Verbrauch durch die eigene Produktion decken können.
Mal noch ein Bild dazu:
http://media.de.indymedia.org/images/2008/04/213911.png

Nun muss man sich berechtigt fragen:
Ist es richtig, dass wir, ja wir alle, unseren Wohlstand beibehalten und andere Menschen dafür töten?
Ich wähle bewusst das Wort „töten“, den auf Dauer ist Hunger ein Indikator für Gewalt und zwar mitunter der Wirksamste, wie man vielleicht bei den Aufständen in Haiti sehen konnte, als man die dortige Regierung stürzte.
Letztlich ist vor allem die Politik der EU, aber auch unser selbstverständlicher Wohlstand ein Grund dafür, dass wir auf dem Rücken von ca. 80-85% der Erdbevölkerung so leben, wie wir leben.

Fadenscheinig dagegen die Begründung unseres Herrn Seehofer:
„Weltweit gibt es 42 Millionen Quadratkilometer landwirtschaftlicher Nutzfläche, von denen 15 Millionen tatsächlich genutzt werden.“
Der Minister vergisst, dass nicht jeder Quadratkilometer die selben Bedingungen vorweisen kann und somit unterschiedlich stark von außen gefördert werden muss.
Seien es Düngemittel, zusätzliche Bewässerung (die Länder mit den größten Anbauflächen haben teilweise die unterentwickelste Technik bzw. gar keine) oder einfach die klimatischen Bedingungen.
Anstatt das die G8 Staaten, demnächst in Japan zu bewundern, sich gegen ein weltweites Spekulationsverbot für Lebensmittel einsetzen, wird eher darüber gestritten, um wieviel man den nun die Agrarforschung, die in den letzten 20 Jahren nur einen Weg kannte (nämlich stetig sinkend) wieder anheben müsse, damit man das Problem löse.
Vorrangig dabei: Mal wieder sollen die Entwicklungs- und Schwellenländer die Last tragen, während die westlichen Wohlfahrtsnationen das Geld zuschiessen.
Eine Einschränkung im Lebenstil, ein generelles Umdenken lehnen vor allem die USA strikt ab, was angesichts obiger Zahlen wohl auch keinen mehr sonderlich überrascht.

Wie lange wird es also dauern, bis sich der Hass und die Wut der armen Weltbevölkerung nicht gegen die eigenen Leute, sondern gegen die wahren Urheber ihrer Probleme richten wird, nämlich uns, die westlichen Gemeinschaften?

Probleme der AUA übertrieben, um Privatisierung durchzusetzen.

August 12, 2008

Und das ist sicher kein Einzelfall.
Seit einiger Zeit liest man ja immer wieder, wie schlecht die AUA ja da stehe und wie dringend sie eine privatisierung nötig habe… jetzt haben dann auch SPÖ und ÖVP beschlossen sie komplett privatisieren…

Allerdings gingen jetzt einige Austrian Airlines Manager an die Öffentlichkeit die aussagten, dass die AUA wesentlich besser dastehe als dargestellt und sie unter Druck gesetzt wurden, damit sie in der Öffentlichkeit ein möglichst negatives Bild der AUA malen, damit die Privatisierung noch vor der Nationalratswahl im Herbst über die Bühne gehen kann. Welcher Partei eine solche Privatisierung in die Hände spielt ist klar und die ÖVP hat ja schon mehr als oft gezeigt, dass sie keinerlei Probleme hat mit illegalen und/oder Fragwürdigen Mitteln zu arbeiten, um einen Wahlkampf zu gewinnen. Sieht man auch am Beispiel Arigona, wo die ÖVP sich illegal Daten über sie und ihre Familie beschafft hat, um damit die öffentliche Stimmung gegen sie zu wenden.

Das staatliche Betriebe absichtlich heruntergewirtschaftet und schlecht dargestellt werden, sieht man ja auch bei vielen anderen Staatsbetrieben… Beispielsweise die ÖBB und die Post. Damit veruntreut die Regierung Milliarden, welche dem österreichischen Volk zustehen und zerstört gleichzeitig die öffentliche Grundversorgung.

Wieder keine Strafen für faschistische Prügelpolizisten.

Juli 15, 2008

Der wahre schrecken der G8 Proteste 2001 in Genua wurde vielen (unter anderem mir) ja erst durch die WDR Dokumentation „Gipfelstürmer – Die blutigen Tage von Genua“ (sehr zu empfehlen wer sie noch nicht kennt) bewusst. Wer keine Zeit hat hier kurz ne Zusammfassung. Mehr als 300.000 Demonstranten gegen G8 (bis dato die größten Proteste überhaupt), auf der anderen SEite 20.000 Polizisten, unter der gerade eingesetzten Berlusconi Regierung. Von Seiten der Polizei wurde mit aller Gewalt vorgegangen, jeder wurde verprügelt. friedliche Demonstranten, Passanten, Sanitäter, Ärzte, Journalisten, keiner von ihnen war auch nur in der Nähe der ausschreitungszonen der Demonstranten.
Am Boden liegende, schon verhaftete Demonstrante wird mit Stahlschuhen auf den Kopf getreten, Leute werden willkührlich von Polizisten eingekreist und mit Schlagstöcken verprügelt.
Eine sehr erstreckende Szene im Film (neben den ganzen normalen Misshandlungen der Polizei, die man auch sieht) ist, wo eine deutsche Journalistin, die mit Kamera dort unterwegs war von 7 Polizisten in ein Gebüsch gedrängt wurde und dann mit Schlagstöcken, Fußtritten und Schlägen verprügelt wird. Die Kamera konnte sie die ganze Zeit laufen lassen. Sie ruft die ganze Zeit verzweifelt „Presse, Presse!“ das hilft ihr aber genausowenig wie den Ärzten und Sanitätern.

Die Bilanz des ganzen sind hunderte zum Teil schwer Verletzte, die mit Gebrochenen Rippen, Beinen und Armen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Und die hatten noch Glück, denn den meisten wurde generell jede medizinische Hilfe verweigert.
Aber während die Polizei mit aller Härte gegen friedliche Demonstranten vorgeht, bleibt der Schwarze Block, der währenddessen randaliert komplett unbehelligt. Sogar Banken dürfen sie Plündern, während die Polizei in 200 Meter entfernung mit Panzern und Wasserwerfern bereitsteht. Aber nicht eingreift.

Besonders Misteriös wird es dann, wenn der Mitglieder des schwarzen Blocks sich ganz offensichtlich mit der Polizei unterhalten. Und sie dann sogar herumkommandieren. Denn ein Mitglied des Schwarzen Blocks bringt ein ganzes Batallion der Polizei dazu sich zurückzuziehen.

Eine Gruppe Demonstranten mit Stahlstangen bewaffnet trifft sich sogar immer wieder innerhalb des Polizei Hauptquartiers um sich zu bereden… Unbehelligt von der Polizei, die jeden anderen wohl verprügelt hätten.
Sie allerdings reden offen mit der Polizei und gehen dann wieder.

Der Polizeipräsident hatte davor schon verlautbaren lassen, dass knapp 800 Rechtsradikale sich unter die Demonstranten mischen wollten, um sie zur Gewalt aufzustacheln und die Demonstrationen in Verruf zu bringen.
Gibt es einen Zusammenhang, mit der doch sehr sehr rechten Politik Berlusconis, wie wir sie in den nachfolgenden Jahren auch kennenlernen durften? Berlusconi war ja immer derjenige, der nach Recht und Ordnung gerufen hat. Da kamen ihm gewaltätige Demonstrationen gerade recht, um seine Politik durchzusetzen.

Während der schwarze Block wie schon erwähnt größtenteils unbehelligt blieb, hat die Polizei Journalisten verprügelt, die all das gefilmt hatten. Die danach im Krankenhaus lagen.

Ein Polizist berichtet auch, dass während der Ausschreitungen immer wieder hochrangige Politiker im Polizei Hauptquartier waren. Um, wie er meinte, zu signalisieren, dass sie eindeutige Ergebnisse haben wollten.

Auch hat man die örtliche Polizei (die ein gutes Verhältnis zur Bevölkerung hat) wärend der Demonstrationen sämtliche Befugnisse genommen, der Polizeipräsident von Genua und alle leitenden Polizisten wurden regelrecht entmachtet und Leute aus dem Innenministerium (die natürlich direkter der Regierung unterstehen) haben alles übernommen.

Sogar der Vizepräsident von Genua fragt sich vor der Kamera, ob die Polizei es gewollt hatte, dass es gewaltätige Ausschreitungen bei den Demonstrationen gibt.

Die stellvertretende Polizeipräsidentin Berichtet, dass in den Quartieren der Polizei faschistische Lieder gesungen wurden und der Tod eines Demonstranten (er wurde von einem Polizisten erschossen) Freundenstürme ausgelöst hatte.

Doch der größte Schrecken Genuas war erst nach den eigentlichen Demonstrationen. Denn dann stürmte die Polizei eine Schule, in welchem viele friedliche Demonstranten übernachteten. Die zu dem Zeitpunkt schon schlafenden Demonstranten werden völlig überrascht und noch in ihren Schlafsäcken halb tot geprügelt. Eine 62 jährige Deutsche berichtet, wie ihr der Arm durch einen Schlagstock zertrümmert.

Gerechtfertigt wurde all das, indem man behauptete in dem Haus hätten militante Demonstranten gewohnt. Als beweis legte man zwei Molotovcocktails vor, die man angeblich im Haus gefunden hatte. Doch erstaunlicherweise sind das zwei Molotovcocktails, die ein anderer Polizist am Vortag konfisziert hatte…

2002 wurden dann 30 höchstrangige Polizisten angeklagt, da sie die Molotovcocktails den Demonstranten untergejubelt hatten…

Letztendlich gab es in der Schule 55 zu einem großen Teil Schwerverletzte. Doch sie hatten noch Glück, denn sie kamen ins Krankenhaus. Die anderen wurden in eine Kaserne gebracht, wo der Schrecken dann wirklich begann.

Nachdem man ankam, mussten die (teilweise ohnehin verletzten) Demonstranten einen Spießrutenlauf durch einen Tunnel aus Polizisten machen, die sie während dem gesamten Weg mit Schlagstöcken, Fußtritten und Faustschlägen maltretierten. Er berichtet von einem jungen Mädchen, dem alle oberen Zähne ausgeschlagen wurden. Sogar der Justizminister Italiens kam später in dem Lager vorbei, sah was seine Polizisten angerichtet hatten (Blut an Boden und Wände, verletzte und weinende Menschen) und ging einfach wieder. Berührt hat es ihn augenscheinlich kein bisschen.
Danach ging die Folterei weiter. Die Demonstranten wurden weiter systematisch verprügelt, Zigaretten auf ihrer Haut ausgedrückt und Reizgas versprüht. Sie mussten sich nackt ausziehen und wurden mit Vergewaltigung bedroht. Einem Demonstranten wurden die FInger von einem Polizisten so weit auseinandergerissen, dass die Haut dazwischen riss. Danach nähte der Arzt die Wunde ohne Narkose.
Die Demonstranten wurden auch gezwungen faschistische Lieder zu singen.

Jetzt hab ich viel zu viel geschrieben, wollt ich eigentlich garnicht…

Aber worum es eigentlich gehen sollte, war ein nachfolgendes Verfahren gegen gerademal 45 Gefängniswärter und Polizisten, die in dem Besagten Lager Demonstranten Misshandelt hatten. Selbst von den 45 wurden nur 15 verurteilt, zu größtenteils lächerlichen Strafen. Und jetzt kommts erst. Sie müssen diese Strafen nicht einmal mehr absitzen, denn dank einem Gesetz Berlusconis, sind die Straftaten schon verjährt.

Sie dürfen also weiter ihren Dienst verrichten, denn sie wurden in all der Zeit nicht einem suspendiert…

Ich bin ja auch kein Fan unserer Polizei und dem Umgang mit Demonstranten, aber da haben wir es trotzdem noch besser erwischt als die Italiener.

Ethisches Verhalten bei Konzernen. Wie kann man etwas ändern?

Juli 6, 2008

Ja, ich bin zurück. Derzeit bin ich noch etwas krank, wohl die spätfolgen des vielen saufens, aber bald geht es hier wieder in gewohnter regelmäßigkeit weiter, also bleibt am Ball.

Als ersten Beitrag gibt es heute was kurzes zum Thema ethisches Verhalten bei Konzernen, das habe ich gerade kurz in der PE angeschnitten bei einer Diskussion zum Thema Biosprit. (welcher ja jetzt sogar laut Weltbank die Hauptschuld an den massiven Preissteigerungen bei Nahrungsmittel trägt und damit mitschuld am Elend und Hungertod von millionen Menschen ist. Wahrscheinlich kommt in nächster Zeit was ausführlicheres dazu)

Aber die Frage von Korhal war in dem Thread:

Dann fragt man sich aber selbst als Laie, warum dagegen niemand, der es könnte, was tut?
Die Lösungen liegen auf dem Tisch, man muss sie nur endlich einmal umsetzen…
JETZT!

Die Antwort darauf ist relativ einfach, habe ich auch in dem Thread dann so geschrieben.

Weil eine Lösung keine Milliardengewinne einbringt.
Ethisch „richtiges“ oder zumindest vertretbares Handeln schmälert sogut wie immer die Gewinnspanne, deswegen würde es kein Konzern von sich aus tun. Und nein, das hat nichts damit zutun das Manager alle Monster sind, sondern schlicht mit der Tatsache, dass wir im Kapitalismus leben und sogut wie alle diese Firmen als Aktiengesellschaften aufgebaut sind. Was der einzelne will ist absolut unbedeutend, selbst wenn er Vorstandsvorsitzender ist oder nicht. Macht er etwas, was den Gewinn schmälert wird er abgesetzt, und aus.

Die einzige Möglichkeit wie man also etwas in Bewegung setzen kann ist, indem die Konsumenten Druck machen. Sobald die Gewinneinbußen durch Boykotte und ähnliches größer werden, als der Gewinn durch unmenschliches, ethisch „falsches“ Handeln werden die Konzerne sofort ihr Handeln ändern.

Denn sie sind ja auch nicht grundsätzlich böse, ihnen ist Moral einfach komplett egal, was zählt ist der Gewinn.

Simbabwes Massenmord wird mit deutschem Geld finanziert.

Juni 24, 2008

Dass die Situation in Simbabwe derzeit absolut außer Kontrolle ist dürfte allgemein bekannt sein. Kürzlich hat die Opposition, die aus dem ersten Wahlgang als Sieger hervorging wegen der massiven Gewalt aufgegeben. Regierungstreue Milizionäre haben tausende Oppositionelle gefoltert und ermordet, der Chef der Opposition selbst hat in einer Holländischen Botschaft zuflucht gesucht.

Europa und Amerika haben ja einen sehr zwiespältige Beziehung zu Mugabe… Er wurde jahrzehntelang als der Vorzeige Herrscher Afrikas hergezeigt, in England wurde er sogar zum Ritter geschlagen. Das er währenddessen zehntausende Afrikaner ermorden lies war nicht von Bedeutung, erst als er seine Gewalt auch gegen weiße Farmer und Großgrundbesitzer richtete, schrie die Internationale Gemeinschaft auf.

In Simbabwe hat derzeit eine Inflation von mehren Millionen Prozent. Man verteilt derzeit schon Scheine mit 75 Milliarden Simbabwe Dollar, welche am Schwarzmarkt einen Wert von etwa 4 Euro haben.

Mugabe selbst hält sich mit Geld aus Deutschland über Wasser. Giesecke und Devrient, eine Münchner Firma liefert ihm regelmäßig Spezialpapier für Banknoten, welches er dann mit immer irrwitzigeren Summen bedrucken lässt.

Die Opposition hält das Geld aus Deutschland für Mugabes einzige Möglichkeit noch an der Macht zu bleiben.

„Ohne die ständigen Lieferungen aus München wäre die Terrorkampagne längst zusammen gebrochen,“

Außerdem finanzieren Mugabe und sein Clan von Familienangehörigen und Freunden so ihren abnormalen Lebensstil, während der Rest des Landes verhungert.

Illegal ist dieses Geschäft von Giesecke und Devrient nicht, denn ein offizielles Handelsboykott existiert nicht, nur Waffen dürfen nicht nach Simbabwe geliefert werden.
Das sich Deutsche Filmen dadurch am tausendfachen Mord schuldig machen, ist dabei natürlich egal.

Der Kongo wehrt sich gegen Ausbeutung. Ein einmaliger Fall.

Juni 15, 2008

Es ist immer wieder erstaunlich. Der Kongo könnte eines der reichsten Länder der Welt sein. Sie sitzen auf riesigen Rohstoffreserven die wir im Westen dringend brauchen. Doch kämpft ein Großteil der Bevölkerung dort jeden Tag um sein Überleben.
Und wieso? Weil die Ressourcen von westlichen Firmen abgebaut werden, die Plünderverträge mit korrupten Politikern unterschrieben haben. Und nichteinmal die minnimalen, in diesen Verträgen vereinbarten Abgaben ist man bereit zu bezahlen. Auch die nötigen Zollabgaben versucht man zu umgehen, indem man die Rohstoffe aus dem Land schmuggelt. Bei einem chaotischen Land wie dem Kongo (der Krieg zwischen Rebellen und Regierung ist erst seit 5 Jahren offiziell vorbei, es war der Krieg der die meisten Todesopfer seit dem Ende des zweiten Weltkriegs gefordert hat) ist das natürlich nicht schwer, und die Summe, um die der Kongo im Jahr am Zoll geprellt wird, beläuft sich allein in einer Provinz auf 240 Millionen Dollar. Und das nur bei der Goldausfuhr.

So kommen die Einwohner des Kongos um sämtliches ihnen zustehendes Geld und damit die Möglichkeit ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Der Kongo besitzt neben seinen gewaltigen Gold, Silber und Diamantvorräten auch eine Menge Ressourcen, die sehr wichtig für die Technik und die Wissenschaft sind. So unter anderem Cobalt, das für Handys und die Luftfahrt benötigt wird. Im Kongo liegen die Hälfte der weltweiten Vorräte von Cobalt.

Es geht hier um Rohstoffe im Wert von hunderten milliarden Dollar.

Doch was plant der Kongo jetzt zu tun? Er lässt eine Kommision alle Verträge überprüfen, welche in den letzten Jahren mit ausländischen Firmen gemacht wurden und sie entweder neu verhandeln oder ganz aussetzen. Im Februar gab man schon bekannt, dass kein einziger dieser Verträge rechtsgültig wäre und 24 der insgesamt 61 Verträge sofort anulliert werden müssen.
Das bei der Unterzeichnung der Verträge neben den korrupten Politikern mit Sicherheit auch die Entwicklungshilfstaktik der Internationalen Gemeinschaft und der EU eine große Rolle spielten, steht wohl ausser Frage. Denn im Gegenzug für Entwicklungshilfe wird verlangt, dass Firmen privatisiert und Rohstoffkonzessionen privaten Firmen verschrieben werden. Das das natürlich nur „uns“, also dem Westen in die Hände spielt, brauch ich wohl nicht noch einmal betonen.

In diesem Artikel werden noch eine Reihe der neu verhandelten oder ausgesetzten Verträge vorgestellt, sollte es jemanden interessieren.

Entscheidet sich heute Europas Schicksal?

Juni 12, 2008

Wir befinden uns im Jahre 2008 n. Chr. Ganz Europa ist von den Konzernbossen besetzt… Ganz Europa? NeiN! Ein von unbeugsamen Iren bevölkertes Land hört nicht auf den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leichtfür die lobbyisten und Politiker, die als Besatzer in Irland regieren.

Wer es noch nicht mitbekommen hat, heute stimmen die Iren über den EU Reformvertrag ab. Das einzige Land, in dem das Volk selbst über diese tief einschneidenden Veränderungen entscheiden darf. In allen anderen Ländern hält man das Wahlvolk für zu dumm, um diese Entscheidung zu treffen. Oder man hat einfach Angst davor, dass sie sich doch dafür entscheiden, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen wollen und nicht irgendwelchen Lobbyisten übergeben wollen.

Ich hab ja schon mehrmals was zum Reformvertrag geschrieben. Ein geeintes Europa ist zweifellos wichtig, die Grundidee der EU ist daher gut. Allerdings ist die EU an sich ein reines neoliberales Unrechtskonstrukt und der Reformvertrag löscht auch noch die letzten Möglichkeiten aus, wie das Volk Einfluss darauf nehmen kann. Schon heute ist es durch die EU möglich Gesetze zu machen, gegen die sich alle gewählten Volksvertreter ausgesprochen haben.

Doch die Abstimmung in Irland hinterlässt doch einen schalen Nachgeschmack. Denn das eine kleine Minderheit (die Iren machen soweit ich weiß nichtmal 1% der EU Bürger aus) kann ein Gesetz kippen, unabhängig wie die anderen darüber denken. Das mag in diesem Fall zwar gut für uns sein, aber demokratisch ist es auf keinen Fall. Und wenn Änderungen durchgesezt werden sollen, die ein großteil der EU Bürger für gut hält, kann es jedes noch so kleines EU Mitgliedsland abschmettern.

Trotz allem hoffe ich, dass die Iren die richtige Entscheidung treffen werden. Denn uns wurde wurde es nicht erlaubt bei diesem Reformvertrag mitzureden.

update: Die Iren haben mit 54% mit Nein gestimmt!

"Die Linke" verkauft T-Shirts made in Bangladesh. Ein Widerspruch zur Parteilinie?

Mai 31, 2008

Denn Lafontaine sagte doch: „Die jetzige Form der Globalisierung führt zu großem Leid und großem Elend.“

Womit ich ja durchas übereinstimme, doch wenn es um den eigenen Gewinn geht, dann ist die Globalisierung wohl doch gut genug. Da kauft man über verschiedenste Zwischenhändler T-Shirts aus Bangladesh, welches eines der Länder ist, in denen die Arbeitsbedingungen am schlimmsten sind und Kinderarbeit an der Tagesordnung ist.

Es wäre ja vertretbar, wenn die Linke „fair gehandelte“ T-Shirts verkaufen würde, da wäre ich dann durchaus auf ihrer Linie, denn da bekommt die jeweilge Näherin wirklich einen mehr als Überlebenssichernden Lohn.

Doch die Linke mag zwar ideologisch auf dieser Linie zu sein, aber zumindest Teilen des Parteiaperates geht es in erster Linie nunmal doch um den Gewinn. Sowohl bei den Wahlen, als auch beim Geld.

Ich muss sagen, ich bin ziemlich enttäuscht davon, gerade wo ich bis vor kurzem noch ein ziemlich positives Bild von der Linken hatte und große Hoffnungen in sie gesetzt habe.

Ich bin gespannt, wie sie damit umgehen werden, mein Vertrauen ist auf jedenfall erstmal erschüttert.

Quelle

Man kann übrigens parallelen zu dem „Zwischenfall“ der NPD ziehen, wo herausgekommen ist, dass sie ihre Parteizeitung in Polen haben drucken lassen.