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Kalter Krieg 2.0 – Russlands Militärmacht, die Interessen der USA und die Ohnmacht der Westmächte

August 29, 2008

– Gastartikel von Korhal –

Ich habe nun endlich einmal Zeit gefunden, den Spiegel vergangenen, wie dieser Woche zu lesen und habe gierig die Artikel über den Konflikt im Kaukasus verschlungen.

Nun denn…ohne weiteres Gelabber, kommen wir erst einmal zu den Fakten, aber eine Anmerkung sei mir noch vergönnt.
Alle folgenden Informationen beziehe ich vornehmlich aus dem Spiegel Nr. 33 und Nr 34, sowie spiegel-online und sonstigen Internetquellen (Quellen folgen an entsprechender Stelle per Link).

PS: Bringt Kaffee mit, es wird ein Hammer werden.

Fangen wir vielleicht mit ein paar Daten zum Dreh- und Angelpunkt des Ganzen an…das durchaus schöne Land Georgien.
Das Land ist ist 69700 km² gross, besiedelt von etwa 4.646.003 Einwohnern (Stand: Juli 2007) und seit dem 9. April 1991 unabhängig vom ehemaligen russischem Imperium.
Hauptstadt ist Tiflis.
Es gibt zwei abtrünnige Provinzen, einmal Abchasien (etwa im Nordwesten des Landes) und Südossetien, beide Regionen grenzen direkt an die russiche Grenze.
Beide Regionen werden international nicht als eigenständige Staaten anerkannt und zählen völkerrechtlich zu Georgien.
Uns interessiert vor allem der Konfliktherd Südossestien.

Auch hierzu ein paar Daten.
Warum heißt es Südossetien?
Ganz einfach, Nordossetien befindet sich seit der Trennung Georgiens von der ehemaligen UdSSR auf russichem Terretorium, das Gebiet zählt allgemein als Verlierer unter den „befreiten Gebieten“.
Es leben um die 75000 Menschen dort, auf einer Gesamtfläche von ca. 3885 km².
Hauptstadt ist Zchinwali.

Kommen wir nun zu den schon etwas interessanterem Teil.
Georgien hat einen wichtigen, womöglich den wichtigsten Hafen im Mittelmeerraum, praktisch die Lebensader zum Westen, Poti.
Allerdings hat Georgien, für den Westen, auch noch eine andere strategische Bedeutung, es ist Öltransitland.
Das Öl stammt aus dem kaspischem Meer und geht, idR. an die Türkei.
Auch das erscheint im ersten Moment nicht problematisch, nun kommen wir jedoch zum ersten Knackpunkt, den Ausläufern des Kalten Krieges.

Russland hat, seit der Zarenzeit Anspruch auf dieses Gebiet erhoben, es galt (und gilt) seither als strategischer Stützpunkt zur türkischen wie iranischen Grenze.
Hier setzt auch die USA ein, denn für sie ist Georgien:

a; ein Puffer zwischen Russland und dem dortigem Mittelmeerraum
b; das oben angesprochene wichtige Transitland für Erdöl
c; eine mögliche Option für die Einkreisung Teherans (für alle weniger gut informierten: Hauptstadt des Iran und mutmaßliches Terrorland mit Atomwaffenplänen)

Um jedoch überhaupt die Anfänge des Konfliktes begreifen zu können, müssen wir ein wenig zurückreisen, denn dieser Konflikt ist keinesfalls über Nacht entstanden, sondern das Ergebnis jahrelangen Wegschauens Europas, von Missverständnissen und überstürzten Reaktionen.

Aber langsam…
Das Gebiet um Södossetien versuchte anfangs der 90iger Jahre ein unabhängiges Land zu werden (etwa gleichzeitig mit der anderen Provinz Abchasien), jedoch wurde es durch Georgien bis heute daran gehindert.
In die Hauptstadt schickte man sogenannte „Freischärler“, man könnte diese paramilitärischen Truppen auch als unorganisierten Söldnerhaufen ansehen.
Von damals knapp 160000 Südosseter, flohen zehntausende in den Norden, also zum russichem Nachbarn.
Danach folgten ca. 2,5 Jahre Krieg um das Grenzgebiet, in dieser Zeit starben weitere tausend Menschen (vornehmlich Zivilisten) auf beiden Seiten.
Erst Kreml Chef Boris Jelzin und der Nachfolger des Regierung in Georgien (ein ehemaliger sowjetischer Außenminister genannt Eduard Schwewardnadse) einen unbefristeten Waffenstillstand.
Dieser wurde zwar regelmäßig durch kleinere Scharmützel unterbrochen, letztlich jedoch war er stabil.
Jedenfalls bis zu dem Tag, an dem Vladimir Putin in China zu den Auftaktfestivals der olympischen Spiele apllaudierte und sein Handlanger Medwedew eine kleine Urlaubsreise angetreten hatte.

Nun sei noch eines gesagt.
99% der Südosseten stimmten bereits 2006 für eine Abkoppelung von Georgien und für einen Anschluss an Russland, die meisten der hiesigen Bewohner hatten bereits einen russichen Pass.
Daher auch die Rechtfertigung der Russen für den Einmarsch: „Es ginge um den Schutz und die Stabilität des Lebens der russichen Mitbürger, die etwa 90% der dort lebenden Menschen ausmachen“.
Zumindest dieser Grund ist nicht von der Hand zu weisen und angesichts der völlig überstürzten Reaktion seitens der georgischen Regierung, mit Panzern, Bombern und Artillerie die Hauptstadt Südossetiens zu beschießen, wohl auch verständlich.(15. August)
Es starben etwa 1400 Menschen bei dem Angriff, ausschließlich Zivilisten, die Stadt selbst ist mit etwa 25000 Menschen am dichtesten besiedelt, Fluchtmöglichkeiten gab es aufgrund der schwere des Bombardements kaum.
http://www.abendblatt.de/daten/2008/08/08/918574.html
Russland befahl am selben Tag die Mobilmachung und schickte um die 100000 Soldaten in die Region, darunter zwei Panzerstaffeln, außerdem folgten Bomberangriff auf den Hafen Poti, sowie die Städte Bolnissi, Marneuli und Wasiani, alle Orte liegen außerhalb der Provinz und sind als „nicht militärische Ziele“ eingestuft.

Kommen wir nun zu einem Intermezzo und ich möchte einmal betonen, die Unfähigkeit des Westens, sowie seine typische (auch wenn ich selten darauf poche) pro US-Haltung.
Während nahezu alle europäischen Staaten den Kosovo (das kleine umkämpfte Gebiet auf dem Balkan) entgegen Russlands Aussagen, als unabhängig und eigenständig erklärten, so geschah dies bei den hiesigen beiden Regionen nicht.
Russland sieht sich nun in einer ähnlichen Lage, wie die Nato-Staaten, es wird sich das Recht auf die Unabhängigkeit (oder besser Abhängigkeit?) der beiden Provinzen bewahren und mit dem Einmarsch der Truppen in Südossetien, wie auch den Kämpfen der anderen Region Abchasien (dortige Truppen griffen georgische Verbände an http://www.tagesspiegel.de/politik/K…art771,2591192) eine nahezu hervorrangende Lage verschafft.
Warum konnte es soweit kommen?
Die EU war sich selbst uneins, während vor allem die westlichen EU Staaten (darunter vornehmlich Frankreich) gegen die Unabhängigkeit der Provinzen waren, so forderten die östlichen (ehemals SU Satellitstaaten) die Anerkennung, der estnische Außenminister forderte seit jeher eine EU-Truppe im Kauksusraum, ungehört.
Die USA war freilich beglückt von dieser Haltung.
Man einigte sich jedoch vornehmlich auf den Mittelweg.

Antwort: Status ungeklärt, wir vermitteln.
Aha, mit anderen Worten, wenn mir diese saloppe Formulierung erlaubt ist, „wir spielen auf Zeit und machen gar nichts“.
Zu Gute halten muss man den EU Staaten jedoch, dass sie immerhin ihre Haltung gegenüber der USA weniger treu einnahmen, als wohl von dort erwartet.
US Präsident George W. Bush plante im April die Aufnahme Georgiens in die NATO, jedoch verweigerten ihm 10 Mitgliedsstaaten die Gefolgschaft, darunter Deutschland, Italien, aber auch (welch Wunder) Frankreich.
Grund hierfür ist weniger die Solidarität gegenüber den Russen, als die Angst vor einem Krieg.
Wäre Georgien innerhalb der Nato gewesen, hätte der Bündnisfall letzten Freitag gegriffen, Europa befände sich damit heute seit einer Woche in einer aktiven Außereinandersetzung mit der Militärmacht Russland, die immerhin ein Heer bestehend aus 1,1 Mio Mann besitzen, dazu kommen alleine 6000 Panzer und etwa 1700 Kampfflugzeuge, Militäretat beträgt umgerechnet 40 Mrd. Dollar jährlich.
Ein Vergleich der Truppenstärken mit Georgien findet sich hier: http://www.pr-inside.com/de/stichwor…ke-r747720.htm

Dieses Signal verstand der Kreml jedoch falsch (oder genau richtig), denn nun wurden die Autonomiebestrebungen aktiv unterstützt, für Georgien ein Schlag ins Gesicht.
Saakaschwili zog daraufhin seine Truppen aus dem Kosovo ab, er begründete seinen Unmut über Europa (vor allem gegenüber der USA) wie folgt:
„Europa müsse endlich beweisen, ob es für seine Werte steht“ und das Russland eine aktive Umverteilung betreibe, „Morgen die Ukraine, dann die baltischen Staaten und schließlich Polen“.
Die USA unterhält seit ca. 40 Jahren bereits gute Beziehungen zu Saakaschwili, war er immerhin Student an der Columbia High in New York.
Der Präsidentschaftsanwerber John Mc Cain bezeichnet ihn als „persönlichen Freund“, auf einer seiner Reisen überreichte er dem Präsidente eine kugelsichere Weste, nebebei sei erwähnt, dass Mc Cain Russland aus der G8 werfen will.
Saakaschwili trat mit folgendem Hauptziel sein Amt an:
Abchasien und Südossetien dauerhaft in den georgischen Staat einzugliedern.
Wie, liess er offen…

Ideale Voraussetzungen für den Verhandlungstisch nicht wahr?^^
An dieser Stelle sei übrigens auf die fantastischen Themen „Raketenabwehrschild“ und „Radaranlage“ in Polen bzw. Tschechien verwiesen.

Aber weiter im Text…
Die USA unterstützten die georgische Armee in den vergangenen Jahren mit 30 Mio. Dollar pro Jahr, sie bildeten die Truppen aus und beteiligten sie auch an US-Manövern im Mittelmeerraum. (zur Unfreude der Russen)
Eine dieser Operationen nennt sich „Immediate Response“ und wurde von 1000 US und 600 georgischen Soldaten durchgeührt.
Offizieles Ziel: Ein Afghanistaneinsatz.
Mutmaßliches Ziel: Russiche Separatisten in den umstrittenen Gebieten im Ernstfall „ausschalten“.

Nun ist der Fall eingetreten, russiche Truppen überrennen das Land, der georgische Präsident weint sich bei CNN wie folgt aus: „Wir sind ein freiheitsliebendes (und friedliches) Land, welches derzeit angegriffen wird.“
In der Hoffnung auf den Amtinhaber George Bush (Militärschlag?) und wohl eine gemäßige russiche Reaktion, hat jedoch er den Konflikt begonnen.

Fassen wir mal bis hierher kurz zusammen!

Die beiden abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien gehören völkerrechtlich zu Georgien, jedoch rein von der Abstammung und passtechnisch her (sowie auf Wunsch) zu Russland.
Sowohl Russland als auch die USA führen seit jeher den kalten Krieg dort weiter, beide verfolgen unterm Strich expansionistische (imperialistische?^^) Pläne, wobei es Russland vornehmlich um Land, den Amerikanern wohl eher um die Sicherheit des Öles und einen Brückenkopf für einen Militärschlag gegen Teheran gehen dürfte.
Die USA unterhält seit jeher gute Beziehungen zum derzeitigem Präsidenten Saakaschwili, der die Wiedereingliederung der beiden Regionen als Hauptziel in seiner Amtsantrittsrede deklariere.
Russland unterhält seit jeher mehr oder weniger aktive Kontakte zu den beiden abtrünnigen Regionen.
Obwohl Georgien die Friedlichkeit betont, hat es die militärischen Aktionen gegen unbewaffnete und nicht vorgewarnte Zivilisten begonnen.
Russland intervenierte daraufhin zurecht, jedoch auch mit Angriffen über die Provinzgrenzen hinaus, was dem Westen sauer aufstiess, der jedoch seit ca. 15 Jahren tatenlos dem Treiben zusah.

Weiter im Text. (könnt ihr noch?^^)

Ist also jemand im Recht?
Schwer zu sagen, einerseits muss man Russlands Intervenieren verstehen, sie handeln sogesehen rechtens und schützten russiche Bürger, die Pflicht eines Staates also, andererseits ist die militärische Wucht derartig überladen, dass man sogar Ziele im zivilen Bereich außerhalb der Provinz angriff, demnach also sich nicht besser verhielt, als die georgischen Truppen beim Angiff auf die Hauptstadt Zchinwali (zur Erinnerung: Hauptstadt der abtrünnigen Republik Südossetien).
Die USA fordert nun Wiederrum den Rückzug aller russichen Truppen, Deutschland sieht sich zwischen zwei Fronten gefangen (dazu komme ich gleich) und Europa insgesamt erkennt, dass es die Lage massiv unterschätzt hat.
Als Russlands nun, als Reaktion auf den NATO Beschluss vom letzten Dienstag, die Einstellung der militärischen Zusammenarbeit zu den NATO-Staaten ankündigte (und vollzog) kann man unterm Strich folgendes sagen:
Die Beziehungen zwischen Brüssel und Moskau sind auf einem seit Jahren nicht dagewesenem Tiefpunkt.(http://www.spiegel.de/politik/auslan…573574,00.html)
Russland hat zwar indessen den Abzug seiner Truppen begonnen, anders als jedoch angekündigt, sollen ca. 500 Mann und 8 Außenposten an den Grenzen der Provinz verbleiben, ebenso wird der Abzug der Truppen „wahrscheinlich länger dauern als geplant“ (laut russischem Vize-Generalstabschef Anatoli Nogowizyn), geplant war dabei übrigens der heutige Freitag.

Ich bin allerdings noch nicht fertig, jetzt kommen wir mal dazu, weshalb der Westen, pardon, mal wieder zu blöde ist, sich vernünftig hinzusetzen und zu vermitteln und ja, das wird ein längeres Stück, also holt euch schonmal Kaffee und Kuchen nach.^^

Da nun der wesentlich längere Teil des Spiegels Nr. 34 folgen würde (insgesamt 16 Seiten) will ich euch erst einmal eine Pause gönnen.
Macht euch selbst ein Bild hiervon, eventuell poste ich später den wesentlich größeren Hammer.

Es sei an dieser Stelle noch gesagt, dass dies lediglich die vergangene Woche war, natürlich mit einigen Ausblicken (wie dem Rückzugsbekundungen), aber auch fehlenden Informationen, wie zum Beispiel dem Waffenstillstand auf georgischer Seite oder den Grenzverschiebungen, oder Abriegelungen der Städte durch russiche Truppen.

Eines steht jedenfalls fest, dieser Konflikt in seiner heißen Phase mag schnell erstickt sein, aber seine Auswirkungen sind gravierend, zeigen zudem deutlich Putins weiteren politischen Einfluss (denn es ist seine Politik, nicht die des als „Weichei“ verschrienenen Medwedews) und die Tatsache, dass Russland die Schnauze voll hat, die zweite Geige hinter den USA zu sein.
Die einstige Weltmacht ist wieder da, stark, selbstbewusst und unbeeindruckt durch den Westen, der nichts tun kann und wohl auch nicht mehr will, als Russland aufzufordern, doch das Land zu verlassen.

Was denkt ihr darüber? (falls noch wer lebt)
Glaubt ihr, es gibt eine einvernehmliche Einigung?
Wer ist eurer Meinung nach der Verursacher, gibt es überhaupt einen oder sind alle Opfer der Umstände?
Wie beurteilt ihr die einzelnen Rollen, Georgien, Russland, USA, Europa?
Schlittern wir in einen heißen Krieg oder nur eine weitere Welle des Kalten Krieges?

Es bleibt abzuwarten, was im Schatten der olympischen Spiele in Peking und angesichts wenig bedeutsamer russicher Sportleistungen, nun zu den vielsagendenen militärischen Leistungen innerhalb dieser kleinen Region passieren wird.
Fakt ist jedoch: Russland ist auf der Weltbühne weiterhin präsent und niemand, kein (nach Außen) geeintes Europa und schon gar nicht die selbsternannte Weltmacht USA werden es davon abhalten, diesen Platz, wenn nötig mit Gewalt verteidigt, zu bewahren.

Ihr Korhal.

*puh, ich brauch nen Kaffee*

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RTL Hetze gegen den Islam – Spalten statt Versöhnen

August 29, 2008

– Gastartikel von Korhal –

Ein dunkles, trostloses Zimmer, eine junge Frau auf einem Bett, vermummt, das Gesicht abgedunkelt, die Stimme entfremdet.
Ihr gegenüber eine junge attraktive Frau, blond, leicht gekleidet, ein sanftes Lächeln, vermischt mit ernstes Blick, in der Hand eine kleine Kamera.

„Sind sie das?“, fragt die Blonde.
„Ja, als ich 12 war“, antwortet die andere.
„Sie sehen ja ganz anders aus, eine völlig andere Frau!?“, ein entsetzter Blick, betroffenes Schweigen für ein paar Sekunden.
„Das war vor meiner Zwangsheirtat“, antwortet die Vermummte betreten.
Ihre Nase, ihr Kiefer und mehere Gesichtsknochen seien ihr gebrochen worden, die Bilder der Kamera oder die Frau selbst, bekommt der Zuschauer nicht zu Gesicht.

Herzlich willkommen zum RTL Mittagsjournal Punkt 12, wo zwischen medialen Boulevardwahnsinn, Busenwundern und dem alltäglichem Klatsch und Tratsch auch immer wieder Zeit für ein bisschen Hetze ist.

Eine schnelle Straßenumfrage innerhalb der Sendung, immerhin unter ganzen drei türkisch stämmigen Menschen, ergab folgende Antworten:

1. Ich möchte dazu nichts sagen. Tut mir Leid.
2. Ich habe dazu keine Meinung.
3. Finde ich nicht gut, trete ich entschieden und knallhart entgegen.

Nur damit man sich einmal einen Eindruck machen kann.
Hier ein ähnlicher Artikel vom gleichen Sender: Ehre ist Ehre
Man beachte übrigens die Unterschrift der Seite:
No tolerance for intolerance.
No apology for being free.

Auch bitte ich einmal genau auf die Fragestellung der Reporterin zu achten und auch die Art und Weise der Befragung.

Kommen wir mal zu ein paar Daten.
In Deutschland leben vermutlich (letzte Zählung ist von 1987, daher wage) ca. 3,3 Millionen Menschen, die sich zum Islam bekannt haben.
Anders als es RTL behauptet, dass die Zwangsheirat meist unter türkischen Menschen stattfinde (von denen bei uns ca. 2,5 Millionen leben), kann man das, mit ein paar Klicks auf google sofort widerlegen.
Zwangsheirat gehört in vielen Kulturen zum traditionellen Alltag, mal unabhängig davon, ob dies gut oder schlecht ist, findet sich diese Form der Ehe nicht nur im oft verunglimpften Islam, sondern auch in anderen Religionen, wie der dem Christentum, im Jesidismus (eine unter Kurden verbreitete Religion), im Hinduismus, aber auch in der „Weltfriedensreligion“ dem Buddhismus (zerstöre ich damit jetzt ein paar Weltbilder von der sooft gepredigten Toleranz?).

Betrachtet man nun alleine nur die von diesen Religionen betroffenen Gebiete, so fällt auf, wie weit die meisten von der Türkei entfernt sind, sowohl ethnisch, historisch, geschweige den geografisch.
Würde man noch die nicht erfassten Zwangsheiraten in afrikanischen Gebieten erfassen, so wäre die Zahl wohl unweit höher.

Hier mal ein Artikel zum Thema „Angst vor dem Islam“ (wenn auch etwas älter)
Die Studie, von der (hier in der Süddeutschen abgedruckt) man hier einen kleinen Ausschnitt lesen kann, wurde übrigens auch, wer hätte das gedacht, von RTL so vorgestellt.
Selbstverständlich mit passenden Bildern von tausenden Menschen, die sich in den Dreck werfend und wie im Wahn Allah anbetetend zum Islam bekannten, gefolgt von Bildern des Terros am 11. September 2002.

Während man bei (vor allem arabisch) stämmigen Immigranten noch immer gern das so vielsagende Wort „Ehrenmord“ benutzt, sobald ein Todesfall in der Familie bekannt wurde, heißen diese Verbrechen bei uns schon seit Jahren einfach nur lapidar abgetan „Familiendrama“. (schonmal als Unwort des Jahres vorgeschlagen? wäre mal eine Überlegung wert)
Auch hier mal ein paar Worte dazu.

RTL meint, es habe in den letzten 9 Jahren 53 Ehrenmorde gegeben.
Das entspräche knapp sechs Frauen seit 1999, bei denen man einen Ehrenmord als Motiv vermutete.
Im Jahr 2007 gab es insgesamt 734 Fälle, die man als „Mord“ einstufte, davon waren jedoch ganze 57,2% „versuchter Mord“.
Die von RTL viel beschworene Tatsache, Ehrenmord werde in Deutschland teilweise nie aufgeklärt, da die Täter sich gegenseitig deckten und die lebenden Opfer müssten Todesängste ausstehen, stimmt, auf die Masse gesehen nicht.
Letztes Jahr wurden 97,3% aller Fälle aufgeklärt.
Die Chance mit Mord also davon zu kommen, ist also extrem gering. (Deutschland stand 2005 übrigens auf Platz 4 in der Welt)

Ich könnte noch ewig so weiterschreiben, aber ich möchte mal das Schlusswort etwas eher setzen.
Es ist, unabhängig von dieser verachtenswerten Tat, eine bodenlose Frechheit, wie deutsche Mitbürger denunziert werden, von einem der größten Mediensender dieses Landes.
Diesen Schwachsinn glauben dann auch noch 95% der dortigen Zuschauer und wir schüren weiterhin die Angst und den Hass auf eine Bevölkerungsgruppe, die nicht gefährlicher ist, wie jede andere in diesem Land.

Ich übergebe hiermit an Hagen Rether, imo das beste Video von ihm, dass ich kenne.
Mehr braucht es nicht dazu.
Hagen Rether – Spalten statt Versöhnen

Vielleicht sollte man doch mal über eine staatliche Zensur nachdenken oder ein Unterrichtsfach „Medienkompetenz“.
Ich zitiere hier noch einen Menschen, der äußerst bekannt sein dürfte, aber mit diesem Spruch hat er definitiv Recht.

„Ob frei oder unfrei, das Volk kann man immer dazu bringen, den Regierenden zu folgen. Das ist einfach. Alles was man tun muß ist ihnen zu sagen, dass sie angegriffen werden könnten und die Pazifisten als unpatriotisch beschimpfen und Gefahr für das Land heraufbeschwören. Das funktioniert überall.“ -Hermann Göring

Biosprit – Euer Wohlstand ist unser Hunger

August 29, 2008

– Gastartikel von Korhal –

Ich las es vorhin in der Zeitung. (freie Presse, sächsische Tageszeitung)
Sicherlich ist für die meisten die Erkenntnis nicht einmal neu…die Vermutung war ja bei vielen schon vorhanden, aber jetzt existiert auch endlich ein vernünftiger Bericht dazu.
Die Weltbank stellte nun vorgestern den seit April bekannten Bericht über die Entwicklung der Lebensmittelpreise vor.
Es heißt, dass man „aus Rücksicht gegenüber Georg W. Bush den Bericht bislang nicht veröffentlicht habe“.
In ihm geht man von einer Preissteigerung der Lebensmittel aufgrund des Biosprits von 75% aus.
Anders als die Studien der USA, unter anderen durch den US-Marktführer Monsanto gesponsert, die lediglich von einer Steigerung im Bereich von 3% ausgehen.
Monsanto ist das größte Biotechunternehmen der USA und treibt vor allem die Produktion und Verbreitung von genmanipulierten Sojamais voran.
Teilweise auch durch gezielten Druck auf die Regierungen der Staaten.
Erstes Ergebnis kann man hier nachlesen:
http://www.spiegel.de/politik/auslan…548504,00.html

Wer zu faul ist:
Monsanto konnte im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres eine Steigerung ihrer Nettogewinne um 107% verbuchen, dass entspricht einer Summe von 1,1 Milliarden Dollar.
Der Umsatz stieg um 45 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar.
Weiteres Ergebnis: 800 Millionen Menschen hungern!
In 35 Ländern der Erde gab es bereits Proteste, Exportländer für Lebensmittel wie China, Indien und Brasilien verhängten indessen ein Exportverbot, was zwar die Preise im eigenen Land stabil hält, dafür auf dem Weltmarkt nach oben treibt.
Weltweit wurden 2008 ca. 11,8 Mrd. Liter Biosprit verbraucht.
Davon entfielen 7825 Million Liter alleine auf die Europäische Union, zum Vergleich: Die USA verbrauchen „nur“ 1476 Millionen Liter.
Weitere Staaten der Erde sind unter anderem Kanada, Indien und Australien, die jedoch teilweise ihren Verbrauch durch die eigene Produktion decken können.
Mal noch ein Bild dazu:
http://media.de.indymedia.org/images/2008/04/213911.png

Nun muss man sich berechtigt fragen:
Ist es richtig, dass wir, ja wir alle, unseren Wohlstand beibehalten und andere Menschen dafür töten?
Ich wähle bewusst das Wort „töten“, den auf Dauer ist Hunger ein Indikator für Gewalt und zwar mitunter der Wirksamste, wie man vielleicht bei den Aufständen in Haiti sehen konnte, als man die dortige Regierung stürzte.
Letztlich ist vor allem die Politik der EU, aber auch unser selbstverständlicher Wohlstand ein Grund dafür, dass wir auf dem Rücken von ca. 80-85% der Erdbevölkerung so leben, wie wir leben.

Fadenscheinig dagegen die Begründung unseres Herrn Seehofer:
„Weltweit gibt es 42 Millionen Quadratkilometer landwirtschaftlicher Nutzfläche, von denen 15 Millionen tatsächlich genutzt werden.“
Der Minister vergisst, dass nicht jeder Quadratkilometer die selben Bedingungen vorweisen kann und somit unterschiedlich stark von außen gefördert werden muss.
Seien es Düngemittel, zusätzliche Bewässerung (die Länder mit den größten Anbauflächen haben teilweise die unterentwickelste Technik bzw. gar keine) oder einfach die klimatischen Bedingungen.
Anstatt das die G8 Staaten, demnächst in Japan zu bewundern, sich gegen ein weltweites Spekulationsverbot für Lebensmittel einsetzen, wird eher darüber gestritten, um wieviel man den nun die Agrarforschung, die in den letzten 20 Jahren nur einen Weg kannte (nämlich stetig sinkend) wieder anheben müsse, damit man das Problem löse.
Vorrangig dabei: Mal wieder sollen die Entwicklungs- und Schwellenländer die Last tragen, während die westlichen Wohlfahrtsnationen das Geld zuschiessen.
Eine Einschränkung im Lebenstil, ein generelles Umdenken lehnen vor allem die USA strikt ab, was angesichts obiger Zahlen wohl auch keinen mehr sonderlich überrascht.

Wie lange wird es also dauern, bis sich der Hass und die Wut der armen Weltbevölkerung nicht gegen die eigenen Leute, sondern gegen die wahren Urheber ihrer Probleme richten wird, nämlich uns, die westlichen Gemeinschaften?

Total liberal

August 5, 2008

Gastartikel von Aaron Bruchmiller

Das LIF kandidiert wieder. Und wieder mit dieser netten und kompetenten Heide Schmidt. Diese wird mancherorts sogar mit Barack Obama verglichen. Die österreichische Tageszeitung “Der Standard” versucht seine sonst so betont kühle Art irgendwie aufrecht zu erhalten, obwohl er hinter dieser Fassade vor Freude schon zu schwitzen anfängt: Endlich hat auch diese Zeitung eine Partei, die ihrer Weltanschauung genügt. Aussen (=gesellschaftspolitisch) irrsinnig progressiv, hinter mittlerweile nicht mehr ganz so oft vorgehaltener Hand fällt auch oft das Wort links.

Ziemlich viel Lobhudelei für eine Kleinstpartei. Okay, klein heißt ja nicht unbedingt schlecht und jene Menschen, die Schmidt die FPÖ Vergangenheit allzu oft ankreiden, haben wahrscheinlich wohl Angst vor ihr. Frau darf wohl noch klüger werden im Alter, passiert ja sowieso viel zu selten. Aber das wirklich problematische an den Liberalen ist ja, dass sie den Auswüchsen des Kapitalismus mit einem menschlichen Anstrich verpassen wollen und die alten Ideen als neue verkaufen wollen. Ein bisschen Sonntagsarbeit gefällig? – Nein? – Na, mit einem Patzen Homo-Ehe und Religionskritik schaut das ja gar nicht so schlimm aus. Das Auge isst ja bekanntlich mit. Und große Patzen können ziemlich viel schirche Sachen überdecken.

Im Programm des LIFs wird neben des grundsätzlichen Staatsbesitz an Industrie auch des der ÖBB kritisiert: Im Klartext sollen auch die wegen mangelnden “Effizienz” privatisiert werden. Noch so welche, denen nicht eingeht, dass öffentlich und somit umweltfreundlicher Verkehr einfach nicht billig ist.  Grundsätzlich denken die Liberalen daran, Regulation des Staates durch eine der Marktwirtschaft zu ersetzen. Und der gilt, wie auch die Liberalen eingestehen, das Prinzip des Leistungsfähigeren. Andererseits sollen aber im gesellschaftlichen Bereich die Benachteiligten emanzipiert und gefördert werden. Banales Beispiel:Wie bitte soll ein Kärntner Slowene und ausgebildeter Bürokaufsmann (das LIF wird von der Partei der Kärntner Slowenen “Enotna lista/Einheitsliste” unterstützt), der deutschen Sprache nicht ganz so mächtig und angenommen mit Legasthenie genauso wettbewerbsfähig sein wie seine in Österreich geborene Kollegin.

Folgender Schluss: Gesellschaft als abgeschlossenen Bereich zu sehen, scheint zwar Mode bei den Konservativen und Liberalen zu sein. Aber um effektive Poltik im sozialen und gesellschaftlichen Bereich betreiben zu können, muss der wirtschaftliche Background stimmen. Und dass die freie Marktwirtschaft, in der sich das “frei” eben nur auf Wirtschaft bezieht,  da auch nur kleinste Möglichkeiten bietet können auch nur ebensolche Parteien bestätigen, denen ein dieses System auch zugrunde liegt: Sie werden fast ausschließlich von einem Baukonzern finanziert, dessen Chef sich so die Möglichkeit erkauft industrielle Meinungen auch in der Öffentlichkeit zu pushen.

Bald gehts auf Maturareise.

Juni 25, 2008

Das bedeutet aber auch, dass es hier eine Woche wieder ruhig wird.

Freuen würde es mich, wenn sich wieder ein paar aufraffen können und einen Gastartikel schreiben, damit das ganze hier nicht komplett verweist. Solange ich nicht da bin gehen eure Artikel auch nicht unter und bleiben länger auf Seite 1.

Allerdings  kann ich auch niemanden als Autor freischalten wenn ich nicht da bin, für die, die sich schon angemeldet haben und ich freigeschalten habe ist das kein Problem, wer allerdings neu dazukommt muss noch freigeschalten werden.
Allerdings habe ich Thorwyn als Administrator eingetragen, er kann euch also freischalten, ihr müsst euch nur bei ihm melden sobald ihr euch hier angemeldet habt.

Gut, also ich hoffe für die nächste Woche findet sich wieder wer, der den Blog nicht komplett verweisen lässt und wenn nicht, dann erwartet ab etwa nächster Woche wieder regelmäßige Artikel.

Aber vielleicht komm ich morgen noch dazu nen Artikel zu schreiben, mal schaun wie sich das ausgeht. Ab Donnerstag Abend bin ich dann aber endgültig fort.

Obligatorisches Eindringen in die Privatsphäre

Juni 9, 2008

Ich bin weder im Besitz eines Autos, noch einer so großen Menge Bargeld, dass ich mir Benzin leisten könnte. Als Folge davon bin ich „Pendler“, das heißt ich fahre mit dem Zug und mit der U Bahn.

Ich bin also heute, so wie jeden Tag, mit dem Zug nach Hause gefahren, und heute ist mir wieder verstärkt ein bestimmter Umstand aufgefallen:

Es gibt im Zug, U-Bahn, Bus, etc… immer einige Leute die sich lautstark mit dem Handy unterhalten, und selbst wenn man Musik hört, wird man sozusagen dazu gezwungen, zuzuhören! Es ist schlichtweg unmöglich wegzuhören. Ich habe es nicht geschafft nicht zuzuhören und mich auf meine Musik zu konzentrieren. Es schien schier unmöglich!

Das witzige an der Sache ist aber, dass die Leute, die am lautesten telefonieren, die peinlichsten Gespräche führen. So musste ich heute zum Beispiel, einem Gespräch über die Nippel der Frau, die den Hörer in der Hand hielt, und einem heftigem Disput zwischen einer Mutter und ihrer anscheinend erwachsenen Tochter, lauschen!

Ich frage mich jedes Mal, wenn ich so ein Gespräch mitanhören muss, wieso diesen Leuten ihre Gespräche nicht peinlich sind…
Glauben sie, dass man sie nicht hören kann?
Sind sie sich bewusst, dass alle Leute ihren Gesprächen lauschen?
Oder wollen sie gar, dass man ihnen zuhört, damit sie Anerkennung oder Ähnliches erlangen?

Es gibt allerdings noch eine andere Gruppe von Penderln, die mich noch mehr erschüttert! Diese Gruppe bezeichne ich als die sogennanten Lauscher, denn sie stehen zu den Personen die lautstark telefonieren in Opposition, sind also ihre Symbionten, oder Parasiten (das kommt ganz darauf an, ob die Telefonierer ihre Gespräche mit Absicht nicht nach Hause verlegen).

Diese Gruppe hat anscheinend das Ziel einen Sitzplatz in der Nähe eines Telefonierers zu finden, denn sie haben offenbar keine bessere Beschäftigung als dem „Gratis Reality Radio“ in der Bahn zu lauschen.

Wieso nehmen sich diese Leute keine Zeitung mit?
Kann man dieses lauschen als Form von Voyeurismus bezeichnen?

Ich finde allerdings, dass mein Pendlerdasein ohne diese beiden Gruppen wohl ein sehr tristes wäre, denn wie oft hätte ich mich gerne vor Lachen auf den Boden geworfen, als wieder einmal ein Lauscher von einem Telefonierer bemerkt wurde und seinen Blick schnell auf die andere Seite gerichtet hat…

Die Arbeitslosen

Juni 8, 2008

– Gastartikel von Faultier –

Jedem rechtschaffene Bürger, der morgens auf dem Weg zur Arbeit seine Augen ordentlich aufsperrt, kann es nicht entgangen sein: Wo man hinsieht Graffiti-Verschmierte Häuserfassaden, brennende Autoreifen und Mülltonnen in denen Stockbrotreste kokeln, Vandalismus. Wieder waren über Nacht wildgewordene Horden arbeitsloser Jugendlicher plündernd und randalierend durch die Straßen gezogen. Motiv: Frust.
Und auch von diesen Menschen hat wohl jeder zumindest schonmal gehört: Menschen wie Marko P., die nach 3 Jahren Zuhauserums(chw)itzen, Biertrinken, Frau- und Kindverprügeln plötzlich durchdrehen, die vom vermeintlich harmlosen Asozialen zum Kindermörder oder Nazi-Hooligan werden. Motiv: Frust.

Dass es so nicht weitergehen kann liegt auf der arbeitenden Hand, doch wird die Arbeitslosigkeit weiter steigen, selbst wenn die halbherzig-lethargische Politik tatsächlich mal ihren Hintern vom Diplomatensessel kriegen sollte. Immer mehr Maschinen und das Verlegen von deutschen Betriebsstätten ins billige Ausland lassen eine andere Prognose nicht zu. Das Übel also bei der Wurzel zu packen hätte keinen Sinn und würde Vorüberlegungen bedürfen, für die uns die Zeit einfach fehlt. Vielmehr müssen wir endlich engagiert und mit harter Hand die Folgen der Dauerarbeitslosigkeit bekämpfen…den Arbeitslosen selbst! Das ewige Rumlungern und Abhängen macht die doch vollkommen bescheuert im Kopf. Das Bild vom faulen arbeitslosen Penner muss revidiert werden. Nun sind es die depressiven arbeitslosen Vandalen, denen der Kampf angesagt werden muss!
Zu allererst einmal müssen die Arbeitslosen (im weiteren Verlauf AL genannt) aus ihren miefigen kleinen Sozialwohnungen geholt werden. Weg von der Couch, raus zur Maloche! Die Erfahrung, die man im Strafvollzug schon lange gemacht hat ist nämlich diese: Ein Mensch, der keinen geregelten Tagesrhythmus hat, verkümmert, wird krank, kostet der Volkswirtschaft ein Vermögen. Also raus aus den Synthetikfedern und ab zum Arbeitsdienst.

Man könnte z.B. mit 30 AL in eine von Menschen vollkommen unberührte Landschaft fahren, wo nichts ist ausser Wald und Wiese blüht, um dort mitten ins nirgendwo einen schmückhaften kleinen Teich anzulegen: Loch buddeln, PVC-Folie rein und dann aus der 64 Kilometer entfernten Kreisstadt Wasser in 10 Liter Eimern holen.
Hier könnte Hand in Hand mit dem Gefängnissen gearbeitet werden, deren Insassen die kleinen Plastikfische bemalen, die denn später in den Teich kommen.

Für diese Tagesbeschäftigung bekommen die AL natürlich ein bisschen weniger Lohn, als sie an Arbeitslosenunterstützung bekämen, schließlich muss die PVC-Folie bezahlt werden und auch die Plastikfischindustrie lässt sich nicht gerade die Butter vom Brot nehmen. AL unter 21 Jahren sollten sofort durch eine Giftspritze getötet werden, denn wer mit 21 schon keine Arbeit findet ist einfach zu blöd. Zum Glück auch blöd genug, als dass man ihm auf dem Weg zur Todeskammer immer noch etwas von Aids-Impfung oder so erzählen könnte. Die schlafen denn ganz ruhig und selig ein in der Erwartung nach dem Erwachen reuelos Sex mit all den verwanzten Friseurinnen der Plattenbausiedlung haben zu können, an die man sich vor der Impfung nicht rangetraut hat.
Das ist wirklich die beste Lösung für alle. Schließlich sind die Eltern des jungen AL ja nun sowieso beschäftigt mit Teiche-Anlegen oder anderen Tätigkeiten. z.B. könnten AL die Seiten jedes Buches nachzählen, dass in den Handel kommt, um zu überprüfen ob die Numerierung auch stimmt. Oder Glasmurmeln in einer Murmelfabrik auf Sprünge überprüfen. Oder im Sommer die kleinen Saatfallschirmchen von den Pusteblumen pflücken, um Allergiker zu entlasten. Die Einsatzmöglichkeiten sind geradezu unerschöpflich.

Wenn Sie also das nächste Mal durch die Fußgängerzone gehen, um ihren wohlverdienten Lohn unter die Leute zu bringen, achten sie einmal darauf, ob nicht irgendwo ein Unterschriftenaktionsstand steht, der sich um die Akzeptanz dieser Vorschläge bemüht. Auch ihre Unterschrift zählt!

Kampf der Arbeitslosigkeit !

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Koch wehrt sich mit allen Mitteln gegen Abschaffung der Studiengebühren

Juni 6, 2008

-Gastartikel von Tribalz-

Wer hat es schon gehört, wer nicht? – Die Studiengebühren waren auf den besten Wegen, den Pfad ins Jenseits einzuschlagen, doch wer nörgelt wieder mal dran rum: Koch. „Handwerkliche Mängel“ nannte er die Probleme, die ihn anscheinend an der Unterzeichnung des Gesetzes hinderten, das von SPD, Grünen und Linken vorgeschlagen wurde. Wer dabei solche handwerklichen Mängel sieht, der ist offensichtlich nur darauf aus, die Kohle ins Haus zu bringen, egal, wie sehr andere Menschen darunter leiden müssen. Koch ist wiedermal das perfekte Beispiel dafür.

Das Gesetz enthält keine Frist, die die Gebührenpflicht beendet. Mit anderen Worten: Sobald das Gesetz eingeführt wird, gehen die Studiengebühren den Bach hinunter und wir gehen einen weiteren Schritt auf ein faires Deutschland zu. Koch bemängelt aber zunehmend an einer verfassungswidrigen Abschaffung der Studienkredite herum (die dann eigentlich auch kaum noch einer braucht) und stellt sich gleich mal dar, als sei er auf Seite der Studenten. Solche Aktionen und Behauptungen sind wirklich lächerlich, was hoffentlich viele erkennen können:

Keine Studiengebühren => keine Studienkredite.

Roland Koch streckte das, seiner Ansicht nach, „Disaster“ bis auf das Wintersemester heraus, unglücklicherweise wird aber die Sondersitzung schon sehr bald (17.06.) ins Leben gerufen. (An dieser Stelle hätte ich gerne mal sein Gesicht gesehen, es muss göttlich gewesen sein.)

Die linken Parteien waren logischer Weise über die Verweigerung Kochs empört, so Ypsilanti: „[…]welches Kaninchen die Landesregierung noch aus dem Hut zaubert.“ Die Vorwürfe von Rot-Rot-Grün wies Koch mit einem angeblichen Fehler im Gesetz ab, denn ein vorgeschlagener Satz vom Wissenschaftsministerium über die zeitliche Begrenzung sei dort nicht mit eingebracht (, wovon er ungünstigerweise schon vorher erfahren hatte, auch ein Roland Koch hat nicht die ganze Verfassung auswendig im Kopf und kann sie abrufen, wie er es dort tat).

Schule in Hessen: Mündliche Noten

Mai 27, 2008

– Gastartikel von The Werewolf –

Ich habe mir einmal Gedanken über das hessische Schulsystem gemacht, da ich selber noch Schüler bin und denke, dass in hessischen Schulen einige Dinge nicht ganz richtig laufen, wie unter anderem die Sache mit den Mündlichen Noten. Hier in Hessen setzt sich die Benotung aus 2 Teilen zusammen. Zum einen aus der schriftlichen Teil (den Klausuren) und dem mündlichen Teil (der Beteiligung am Unterrichtsgeschehen, das regelmäßige machen/nicht machen der Hausaufgaben, usw.). Je nach Fach ist die Gewichtung dieser beiden Teile von 50:50 bis hin zu 30:70. Doch nun stellt sich meiner Meinung nach die Frage: Was hat die Beteiligung am Unterricht also der Fleiß mit der Fachkenntnis zu tun?

Die Noten, welche am Endjahr auf den Zeugnissen stehen sollen die fachliche Kompetenz in den jeweiligen Fächern widerspiegeln. Jedoch wird dieses Ergebnis durch die mündlichen Noten verfälscht. Dies lässt sich leicht an einem Beispiel darstellen. Nehmen wir an Schüler X ist ein Genie im Bereich Mathematik, ist jedoch total faul. Wie erwartet schreibt er in allen 3 Arbeiten eine 1 steht schriftlich also auf einer 1. Jedoch meldet er sich nie und macht in den seltensten Fällen Hausaufgaben, gibt aber wenn er drangenommen wird immer exakt die richtige Antwort. Trotzdem reicht es mündlich nur für eine 5. Da beide Teile 50:50 zählen ist seine Endjahresnote eine 3 obwohl seine Fachkenntnis die seiner Mitschüler bei weitem überragt. Schüler Y hingegen ist eine Null in Mathe, weil er es einfach nicht versteht und hat deswegen im Schriftlichen eine 5. Allerdings meldet er sich jede Stunde hat immer alle Hausaufgaben und nimmt nachmittags noch Nachhilfe, ist also sehr fleißig und engagiert. Deshalb bekommt er im Mündlichen auch wenn seine Antworten selten richtig sind eine 2. Insgesamt kommt er also auf 3,5 und weil die mündliche Leistung den letzten Ausschlag gibt bekommt er eine 3, dieselbe Note die auch das Mathegenie bekommen hat. Natürlich kann man jetzt sagen, dass dies eine sehr drastische Beispiel ist, was ich auch gar nicht abstreite. Allerdings kann es genau wie in dem Beispiel dargelegt passieren. Deshalb ist es durchaus überlegenswert das Schulsystem in Deutschland grundlegend zu ändern.

Es gibt freilich Kritiker, welche die momentane Benotung beibehalten wollen. Sie meinen, dass Schule nicht nur Fachwissen sondern auch soziale Kompetenzen vermitteln und benoten soll. Ich stimme diesen Kritikern durchaus zu jedoch sollte meiner Ansicht nach die Bewertung sozialer Kompetenz getrennt von der Bewertung fachlicher Kompetenz stattzufinden, was ja durch die so genannten Kopfnoten auch schon versucht wird. Allerdings geschieht dies nicht strikt genug.

Mein Vorschlag wäre es deshalb Die Kopfnoten „Sozialverhalten“ und „Arbeitsverhalten“ in einzelne Noten wie „Fleiß“, „Benehmen“, etc. aufzuteilen in der jeder Lehrer seine persönliche Einschätzung des Schülers in Form einer Note abgeben kann und die dann alle zusammen zu einer Note verrechnet werden. Parallel hierzu finden in den andern Fächern mehr Teste u.Ä. statt aus denen eine Note errechnet wird, welche nur die fachliche Kompetenz widerspiegelt. So vermeidet man missverständliche Notengebung, da fachliche und soziale Kompetenz von einander getrennt bewertet wird.

CDU will 'Die sterbende Schwan'

Mai 26, 2008

-Gastartikel von Tribalz-

Gesine Schwan (SPD) wird laut der engeren Parteiführung der SPD (politisch mitt-links einzuordnen) im Wahlkampf der Bundespräsidentenwahl gegen Horst Köhler (CDU (politisch mitte bis mitte-rechts einzuordnen)) antreten. Die Wahl wird 2009 stattfinden. Kurt Beck stehe hinter Schwan, wurde es von SPD-Kreisen offiziell bestätigt. Heute, am 26.05.2008 soll Gesine Schwan offiziell nominiert werden.

In der Union traf diese Aktion der SPD auf die erwarteten Folgen: Unverständnis sowie Beschwerden. Doch damit nicht genug, denn einige Abgeordnete drohten öffentlich mit dem Bruch der großen Koalition (SPD-CDU/CSU), da die SPD mit Schwans Kandidatur laut ihnen den Weg für Linke. und NPD ebnen würden. Tatsächlich kann die Linke. den CDU gewaltig schaden, sollte ein Linksbündniss (SPD-Grüne-Linke) mit absoluter Mehrheit über Schwan, die auf die Stimmen der Linken hofft, entstehen.

Das wird logischer Weise nicht so von CDU hervorgebracht, denn diese sprechen nun von einem „Wortbruch“ (so Generalsekretär Ronald Pofalla) des SPD-Chefs Kurt Beck. Desweiteren fügte dieser hinzu, „die SPD würde sich zur Marionette der Linkspartei und NPD“ machen lassen. Dass die SPD politisch gesehen kein Interesse an den Rechten sowie Rechtsextremen (wie zum Beispiel die NPD oder die Republikaner) hat, sei hier doch verständlich, sodass Pofallas mit seiner Argumentation gnadenlos gegen die Wand steuert. Die CDU argumentiert nur mittels des angeblichen „Wortbruchs“ und drohen wahrlich ungestüm mit einer Auflösung der Koaltion.

Beck reagierte auf die Drohungen zum Koalitionsbruch recht gelassen mit den Worten: „Das ist, mit Verlaub, blanker Unfug.“ Damit hat er auch vollkommen Recht, denn in der Koalitionsverhandlung steht nichts über das Stimmverhalten bei einer Präsidentenwahl. Gesine Schwans Nominierung wird ebenfalls durch eine deutliche Mehrheit der SPD-Landtagsvorsitzenden unterstützt.

Ob die Linke. nun selbst einen Kandidaten in den Wahlkampf schickt oder ob sie Schwan unterstützen, sei laut Parteichef Lothar Bisky noch unklar.

Quelle: KN