Vergesst nicht die Killerspiele!

Oder generell die ganze mit dem Internet verbundene Problematik.

Zensur, Kinderpornoproblematik, Killerspiele, Foren, blogs.

Alle damit verbundenen Probleme lassen sich letztendlich im wesentlichen auf einen Punkt zurückführen. Die erwachsene Generation kommt nicht mit einem neuen Medien klar, mit dem sie nicht aufgewachsen sind, während die Kinder, bzw heute in vielen Fällen schon junge Erwachsene, die damit aufgewachsen sind, einen ganz anderen Zugang zu der ganze Problematik haben.

In den nächsten 20 Jahren werden sich unsere Standpunkte einfach dadurch durchsetzen, das unsere Generation aus den Schulen und Universitäten herausströmen wird und wichtige Positionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einnehmen wird.

Die Killerspieldebatte (welche ich jetzt als Synonym für alle oben genannte Problemfelder nenne) ist also eine Debatte mit Ablaufdatum. Früher oder später werden wir uns gegen unsere Elterngeneration durchgesetzt haben.
Doch was dann? Friede Freude Eierkuchen?
Sicher nicht.

Auch unsere Eltern und Großeltern haben gegen ihre damailge Elterngeneration rebelliert, für damals neue Medien. Als das Ferhnsehen, speziell das Farbfernsehen weiter verbreitet wurde, was glaubt ihr was es damals für nen Aufstand gab? Actionfilme waren damals ein genauso großes Problemfeld wie heute Killerspiele. Man kann sogar noch weiter zurückgehen. Bücher. Die Leiden des jungen Werther von Goethe war lange Zeit in vielen Ländern verboten, weil es Jugendliche angeblich in den Suizid treiben würde.

hier ein Ausschnitt aus dem zugehörigen wiki Artikel

Der Roman rief bei Kritikern wie bei Befürwortern äußerst emotionale Reaktionen hervor. Goethe stellt mit Werther eine Person in den Mittelpunkt, die den bürgerlichen Normen völlig widerspricht. Das bürgerliche Publikum sah Werther als Störer des Ehefriedens, als Rebell und Freigeist an – ein völliger Widerspruch zu ihren Vorstellungen. Es erwartete in Literatur vielmehr etwas Nützliches und Unterhaltsames (gemäß Horaz´ Forderung „prodesse et delectare“) – Goethes Roman war in ihren Augen jedoch keines von beiden. Das „Nützliche“ wurde von ihnen direkt im Geschehen gesucht, sie wollten eine Person haben, mit der sie sich identifizieren und aus deren Handlungen sie lernen konnten. Der Roman endet jedoch mit einem Suizid – nach bürgerlichen Normen unvorstellbar. Viele Bürger kritisierten Goethes Werk schlicht, weil die Hauptfigur nicht ihren Wertvorstellungen entsprach und sie ihre Normen in Gefahr sahen. Für sie stellten „Die Leiden des jungen Werther“ einen unwillkommenen Bruch mit der traditionellen Literatur dar. Sie sahen das Buch als eine Verherrlichung von Werten an, die ihren Interessen widersprachen, sowie als Verherrlichung des Suizids. In der Forschung wurde lange Zeit kontrovers diskutiert, ob Werther-Selbstmorde tatsächlich stattgefunden haben. Neuere Studien belegen ein halbes bis ein Dutzend solcher Werther-Selbstmorde.

So viele Probleme der lezten Jahrhunderte lassen sich darauf zurückführen, dass die „erwachsene Generation“ der Jugend nicht zuhörte,  daher sind viele der damaligen Probleme für uns überhaupt nichtmehr nachvollziehbar.

Wird diese Problematik mit unserer Generation enden?

Sicher nicht, auch unsere Kinder oder Enkel werden neue Medien oder Technologien entdecken welche wir nicht verstehen können, welche uns „Angst“ machen, welche wir missverstehen.
Der erste Impuls wird dann wieder sein sie zu verbieten, und es wird genauso wie bei den Killerspielen der falsche Weg sein.

Daher dürft ihr die Momentane Debatte nicht vergessen, denn wenn wir die jetzige Politik mit Recht kritisieren wollen, dann dürfen wir nicht in 30 Jahren genau die gleiche dumme Politik machen, nur auf eine andere Thematik bezogen.

Daher, vergesst die Debatte nicht, vergesst eure Argumente nicht, denn ihr werdet sie in einigen Jahrzehnten in sehr ähnlicher Form von euren Kindern wieder hören.
Und dann hoffen wir, dass wir eine vernünftigere Politik machen werden, als unsere jetzige Elterngeneration.

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5 Antworten to “Vergesst nicht die Killerspiele!”

  1. feu sanguin Says:

    nö. das internet ist das absolute medium.<–punkt:o

  2. Anonymous Says:

    ch weiß es natürlich nicht, vll. wird es irgendwann möglich sein Daten direkt ins Gehirn zu jagen und das Medium würde sich 100% Real anfühlen? Würde mir schon ziemlich suspekt vorkommen und ich würde auch bedenken hegen das man sich dann tatsächlich auch 100% in eine solche alternative Realität, was in diesem Fall ja tatsächlich gegeben wäre, verlieren würde. Die Maßgeschneiderte Realität für jeden? Ich schweife vom Thema ab… oder doch nicht?

  3. amnaell Says:

    Muss man alles immer direkt verbieten wollen? Wir könnten es doch dahingehend anders machen das wir versuchen uns mit den, bis dahin, neuen Medien vertraut zu machen um wenigstens zu verstehen welchen Reiz diese denn ausmachen. In welchen Fiasko sowas endet wenn hunderte Menschen über etwas debatieren was sie nicht kennen sieht man ja am Beispiel Computerspiele.
    Wenn die heutigen Machthaber die Attitüde „Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht“ verfolgt, warum dann auch wir?

  4. Korallenkette Says:

    In meinen Augen sind solche Verbote Testversuche, um zu sehen, wie weit man mit Eingriffen in die bürgerliche Freiheit gehen kann, ohne dass es zu einem Aufschrei kommt.
    Das gilt nicht nur für (zunächst) chaotische Internetzensur und „Killerspiel“-Verbot, sondern ebenso auch für die Art, wie wir uns ernähren sollten, ob es ein allgemeines Rauchverbot geben sollte, etc..
    Solange Bürger nichts dagegen haben, dass die Freiheiten der jeweils anderen beschränkt werden („wieso Datenschutz – ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen“),wird es immer so weitergehen.
    (Den Politikern sind doch PC-Spiele in Wirklichkeit total egal)

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