Antifa, Antifa… was mach ma mit der scheiß Antifa…

Ja, mir ist kein guter Titel eingefallen… (Verbesserungsvorschläge werden angenommen.^^)
Tut mir leid, dass ich die letzte Woche wieder so ruhig war, lag einerseits daran, dass sich kein Thema wirklich aufgedrängt hat, andererseits daran, dass KillingFloor endlich auf Steam erschienen ist. Und wenn ich zwischen Zombies metzeln und Politik wählen muss, dann fällt meine Wahl eindeutig auf Zombies. Aber ich will eigentlich nicht über KillingFloor reden (Auch wenn es geil ist und ihr es euch kaufen müsst!!) sondern über die “Antifa”.
Im WoP kam es in letzter Zeit zu einer nicht unbeträchtlichen Hetze gegen diese “Gruppe”. Wobei es ja keine Gruppe ist, aber dazu kommen wir noch. Da diese Vorurteile wie so oft auf schlichtem Unwissen basieren, möchte ich mal paar allgemeine Worte zu dem Thema verlieren, hoffentlich findet sich im Anschluss jemand, der mit mir darüber diskuiteren möchte.
Also zuallererst, ich bin Antifaschist. Das gehört zu meinem demokratischen Ich selbstverständlich dazu und das lasse ich mir sicher nicht nehmen, nur weil der “Meinungsmainstream” momentan deutlich in die andere Richtung schlägt.
Aber was ist die Antifa? Schon an dem Punkt scheitern die meisten selbsternannten Kritiker der Antifa.
Schauen wir zuerst mal, was die Antifa nicht ist. Die Antifa ist keine Organisation. Die Antifa ist keine geschlossene Gruppe. Die Antifa ist kein geschützter Begriff. Es gibt niemanden der für alle oder auch nur einen großen Teil der Antifa sprechen könnte.
Nun, was ist dann die Antifa? Die Antifa ist ein Begriff. Ein Schlagwort, mit dem sich jeder schmücken kann. Vergleichbar mit der Demokratie. Jedes noch so diktatorische Regime kann sich demokratisch nennen, auch wenn jeder weiß, dass sie mit Demokratie nichts am Hut haben.
Niemand kann Person A (Ich nenne ihn mal Hans.) davon abhalten, eine Antifa-Demo anzumelden, oder eine Antifa Gruppe zu gründen. Auch wenn Hans überhaupt nichts mit einer antifaschistischen Aufklärungspolitik am Hut hat, sondern einfach nur ein Feindbild braucht, auf das er und seine Freunde losgehen können. Niemand kann Hans davon abhalten eine Antifa-Flagge herzustellen und damit auf der nächsten Demo einen Polizisten anzugreifen. Würde er das mit einer CDU Fahne machen wollen, hätte er wesentlich größere Probleme, da das erstens ein geschützter Begriff ist, eine Organisation mit einer hierarchisch geordneten Führung, und zweitens jeder erkennen würde, dass der komische Typ, der gerade schreiend auf die Polizisten zu rennt, mit der CDU so viel zutun hat wie Will Smith mit einem Schauspieler. Nämlich überhaupt nichts.
Schauen wir nochmal zum Anfang dieses Textes. Was haben wir festgestellt, ist die Antifa nicht? Richtig, keine Organisation, keine Gruppe, kein geschützter Begriff. Als Antifaschist habe ich also keine konkrete Handhabe gegen diese Trottel. Und ich kann auch niemanden zum Fernsehen schicken, der am nächsten Tag im Namen aller Antifaschisten die dummen Taten von Hans verurteilt.
Ich denke, es gibt durchaus eine allgemein gewaltfreie Grundhaltung unter den meisten Antifaschisten. Auch wenn man sich die Medienberichte ansieht, merkt man doch, dass es immer nur ein sehr kleiner Teil einer Demonstration oder Verantstaltung ist, die im Anschluss randalieren. Da Medien aber natürlich sensationsgeil sind, sind die 200 gewaltbereiten Demonstranten natürlich wesentlich interessanter als die 40.000, die friedlich demonstriert haben.
So weit so gut… nun, ich wäre nicht ich, wenn ich nicht auch hier mal wieder etwas zum Meckern hätte. Wie bekannt sein dürfte, gehe ich ja auch des öfteren auf Demonstrationen. Darunter natürlich auch ne Menge explizit antifaschistische.
Was mich aufregt ist, dass hier (und auch in anderer Form) antifaschistische Politik mit linker Politik vermischt wird. Und zwar nicht nur von “Feinden” der Antifa selbst, sondern auch von einem nicht geringen Teil der Antifaschisten selbst.
Wenn ich auf einen Fackelzug gegen den NS-Terror gehe, dann will ich dort keine Plakate
Wenn ich auf einen Fackelzug gegen den NS-Terror gehe, dann will ich dort keine Plakate ala “Die Reichen müssen bezahlen!!” oder anderen linken Schlagwörtern haben. Ich arbeite gerne auch mit Bonzen gegen Faschisten, genauso wie mit Patrioten, Sozialdemokraten, Christlich-soziale, Neoliberalen, Grünen und Kommunisten. Jeder, der sich dem Konsens der antifaschistischen Politik verschreibt, ist mir willkommen. Das ist ein Thema, bei dem ich finde, dass man über das restliche politische Gezänk hinwegsehen muss und sich auf den gemeinsamen Feind konzentrieren sollte.
Wenn ich gegen Faschismus demonstriere, dann will ich auch nur gegen Faschismus demonstrieren und nicht dort noch irgendwelche anderen, davon komplett unabhängige Forderungen, unterstützen.
Für mich persönlich ist es wenig problematisch, wenn das linke Forderungen sind, aber hier geht es ums Prinzip. Wenn ich auf eine antifaschistische Demonstration einer konservativen Gruppierung gehe, dann möchte ich dort auch keine Plakate gegen die Homoehe sehen. In dem Fall verlasse ich die Demonstration sofort.
Daher finde ich es auch absolut verständlich, wenn sich ein Konservativer auf einer durchschnittlichen antifaschistischen Demonstration nicht wohl fühlt.
Er unterstützt dort mit seiner Anwesenheit einfach Forderungen, die er überhaupt nicht unterstützen möchte.
Gut, das wars mal wieder von meiner Seite, ich geh jetzt wieder Zombies töten und warte darauf, dass sich hier jemand für eine Diskussion findet.

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35 Antworten to “Antifa, Antifa… was mach ma mit der scheiß Antifa…”

  1. Yrifa Says:

    Lass Will Smith aus dem Spiel!!!

  2. Skjaldi Says:

    Antifa ist zwar kein geschützter Begriff, aber ein geprägter Begriff.
    Heißt: Vorurteile schwingen automatisch darin mit. Oftmals auch gewollt.
    Es gibt Leute, die sich eben auf Grund dieser Vorurteile, dieser Begriffsprägung, Antifa nennen, sich somit typisieren.
    Für einen Aussenstehenden tritt nun diese Typisierung in den Vordergrund, und er denkt, ganz genau zu wissen, was sich hinter Antifa verbirgt, und erleichtert sich das Nachdenken.
    Diese Prägung des Begriffes ist, denke ich, nicht rückgängig zu machen oder aufzuheben.
    Du bezeichnest dich selbst als Antifaschist. Ist ja schonmal ein leichter Wortunterschied, von daher kann man von der Prägung etwas abrücken, wenngleich selbige doch stark auch auf das Wort Antifaschist abfärbt.
    Heißt: Dein Problem ist, dass du dich mit der wortwörtlichen Bedeutung des Begriffes, nicht mit der geprägten Bedeutung identifizierst und auch so gesehen werden möchtest.
    Schwierig.
    Ich persönlich bin ein Mensch, dem Vorurteile und Oberflächlichkeiten sehr wichtig sind, da dass Leben sonst (oftmals unnötig) verkompliziert wird, und daher auch die Prägung von Begriffen erst einmal lieber beibehalten möchte.
    Für mich wäre es also am Einfachsten, du würdest dich schlicht anders bezeichnen.
    Problem A: Was wäre eine sinnige Bezeichnung
    Problem B: Warum solltest du dich selbst benötigt sehen, nur aus Rücksicht auf Kurzsichtige, dich um eine andere Begriffsidentifizierung zu bemühen.
    Von daher sehe ich auch von der Möglichkeit einer Neubezeichnung eher ab.
    Lösung: ?
    Sich damit abfinden, dass diese Prägung vorliegt, und sich darüber freuen, Leuten immer neu erklären zu dürfen, wofür du stehst?
    Well, I don’t know.

  3. Lehona Says:

    „[…]antifaschistischen Demonstratio nicht wohl fühlt.[…]“

    Da fehlt ein ’n‘ 😉

    Ansonsten netter Text, manche Dinge wusste ich davon nicht (genau).

  4. Biestie Says:

    Du hast in dem moment verschissen als du Will Smith beleidigt hattest:o

  5. Eisenstroh Says:

    bin deiner meinung :A

  6. Der Wohlfühldiktator Says:

    Ein MC-Donaldsfressender, colasaufender verzogener Bengel der mit seinem exzessiven Medienkonsum berühmt wurde – was dich nun vom typischen Antifanten unterscheidet erschließt sich mir nicht.

    Eine kleine Gegenfrage: Ist es überhaupt möglich von einem „Faschismus“ zu sprechen? Gewiss nicht, auch eine „NPD“ (wie es bei der FPÖ aussieht kann ich nicht beurteilen) ist faktisch gar nicht existent. Die einzelnen freien Kameradschaften haben mit der NPD sogut wie gar nichts am Hut, auch untereinander sind die freien Gruppierungen nur in seltensten Fällen in irgendeiner Form vernetzt, was auch am notdürftigen Budget und dem durch staatliche Repression bedingtem Versteckspiel, abervorallem an der Eitelkeit diverser Karrieristen. So versteht es sich von selbst dass man auf einer Demonstration (von der nebenbeigesagt jeder halbwegs vernüftige Mensch ohnehin fernbleibt) dann plötzlich jeweils fünfer oder zehner Grüppchen hat, die teilweise völlig unterschiedliche Meinungen und vorallendingen verschiedene, oftmals sogar sich krass widersprechende, Pläne haben. Auch an der Organisation eines derartigen Aufmarsches sind aus mir unerfindlichen Gründen immer die selben Großkotze beteiligt, die dann inhaltlich kaum Rücksicht auf die Meinungen der einzelnen Gruppen nehmen und kurioser Weise noch nicht einmal NPD-Mitglieder sind, der V-Mann-Verdacht erhärtet sich bei mir zusehends… so war der Beschluss in Hannover unter der Parole „Für den Nationalen Sozialismus“ zu marschieren einfach nur ein gefundenes Fressen für die ewiggestrigen Bedenkenträger und auch entgegen der Vorstellung vieler Gruppierungen. Zusammengefasst: Die „rechte Szene“ existriert als solche überhaupt nicht, es ist alles andere als die viel beschworene Einheit, die meisten dort sollten sich mal erst um die eigene Politikfähigkeit sorgen bevor sie Verantwortung für ihr Volk übernehmen wollen. Vernüftige und moderate Leute wie Molau zB. – den man ja durch eine Schmutzkampagne zum Rücktritt als Kandidat zum BV zwang – haben dort leider kaum Einfluss auf die Leute, eher sind es die Schädelvermesser wie Rieger oder Dampfplauderer der Marke Pastörs die dort Beifall ernten. Im Vergleich dazu kann man die vom Staat subventionierte Antifa, wo ja alles mehr oder weniger von oben nach unter organisiert ist, schon viel eher als „eine Organisation“ bezeichnen – doch erfahrungsgemäß kann ich sagen dass Pauschalisierung häufig nur dann erkannt wird – bzw. unerwünscht ist -, wenn sie sich gegen die eigene Person richtet. Die Welt ist doch so viel komplizierter als dass man sie mit einer Sammlung an Schlagwörtern haargenau beschreiben kann… daher erachte ich Begriffsdiskussionen als flüßiger als flüßig…

  7. 2.Juni Says:

    Yo, die Head ist wirklich schwach…

    Wie wärs mit:
    Beitrag zur Antifa – der auf fehlerhaftem Halbwissen zur Antifa gründet, zu dem sich aber überwiegend Will Smith-Niedlichfinder äußern und sich an einer klitzekleinen Bemerkung zu seiner Person aufhängen

  8. palanoraka Says:

    Left 4 Dead ist besser als Killing Floor.

  9. Der Wohlfühldiktator Says:

    „Und wieso du meinst, dass jeder vernünftige Mensch von Demonstrationen ohnehin fernbleibt, erschließt sich mir jetzt auch nicht so ganz…“

    Abgesehen davon dass du Ziegelsteine gegen die Rübe geknallt bekommst und hinterher nach Tränengas stinkst? Nun, es ist wohl kein Geheimnis dass bei solchen Demos oftmals BKA und der Bundesverfassungsschutz ihre Agenten vor Ort haben, deren Aufgabe darin besteht einzelne Demonstranten zu identifizieren. Im Klartext also: Die schiessen ein Bild von deiner Fratze, werten es aus, informieren sich genau über dich, deine Familie und dein sonstiges Umfeld und fangen dich dann vor deiner Haustür ab, lauschen deine Internet und Telefonverbindung ab um dann halt weitere Infos über deine politische Tätigkeit rauszukriegen, etc. etc… und JA, ich spreche nicht von der Zeit aus der DDR sondern von der Bundesrepublik Deutschland!

    „vor allem wenn sie nichtmal begründet sind, da du Ponti nicht persönlich kennst…“

    Also das hier reicht mir völlig aus : http://upload.worldofplayers.de/files/SG1L5944.JPG

  10. Der Wohlfühldiktator Says:

    Sich immer schön opportun über die Vernichtung der 3. Welt auslassen, dann aber Nestle kaufen, ts ts ts…

  11. Der Wohlfühldiktator Says:

    Ach Ponti, und ich dacht du wärst endlich erwachsen geworden… wie wärs denn mal mit: ja gut, ich entschuldige mich für meine Jugendsünden – damit hätte sich die Sache für mich erledigt und ich würd dir verzeihen … aber nein, Ponti muss ja wieder alles leugnen, Ponti muss wieder alles abstreiten, bist du dir sicher das dies deiner Glaubwürdigkeit wieder auf die Sprünge hilft? Es spielt auch garkeine Rolle ob das jetzt Coca Cola oder Nestle ist – in diesem System haben sich hinter verschlossenen Türen auf dem grünen Tisch eh schon alle gegenseitig aufgekauft – Fakt ist doch: Du bist nicht besser als all die anderen verlorenen Seelen im Konsummainstream, nun musst du dir überlegen, möchte ich noch für voll genommen werden oder nicht, und hierbei würde ein öffentliches Bekenntnis „JA ICH BIN EIN MASSENKONSUMENT“ deinem jetzt ohnehinschon beschmutzen Image wieder ein wenig mehr Ernsthaftigkeit verleihen…

  12. Der Wohlfühldiktator Says:

    Mal ne Fangfrage: WARUM ist es für dich „unmöglich“ auf den Hollywood-Müll zu verzichten?

  13. Der Wohlfühldiktator Says:

    Die Weinsteins xD Miriam und Max… Hilfe ich höre schon die Schritte der Verschwörungstheorethiker ^^.

  14. Der Wohlfühldiktator Says:

    Ne im Ernst, persönlich habe ich nicht grundsätzlich etwas gegen amerikanische Filme, ältere Streifen schau ich mir auch heute noch gern mal an, doch in letzter Zeit werden die alle dermaßen politisiert und oberflächlich dass ich wirklich nur noch ganz selten abends an einem der „Blockbuster“ hängen bleibe…

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